Öffentlicher Nahverkehr

Achse einer Berliner Straßenbahn gebrochen

Das Desaster in Berlins öffentlichem Nahverkehr setzt sich fort. Nun hat es die Berliner Verkehrsbetriebe erwischt. Am Nachmittag ist eine Achse an einer Straßenbahn gebrochen. Mitten im Berufsverkehr, mitten in der Innenstadt. Die BVG kann sich den Vorfall nicht erklären.

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Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) hat sich heute ein schwerer Sicherheitsvorfall ereignet. Wie ein Unternehmenssprecher Morgenpost Online bestätigte, ist bei einer Tatra-Straßenbahn der Linie M4 eine Achse komplett gebrochen. Der Bruch war so schwerwiegend, dass die Radscheibe komplett von der Achse abgefallen ist und neben dem Zug lag.

Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag gegen 15 Uhr in einer Aufstellanlage für Straßenbahnen am Hackeschen Markt (Mitte). Laut BVG-Sprecher Klaus Wazlak lief der Unfall, der sich bei Einfahrt ereignete, glimpflich ab. Eine Aufstellanlage ist der Endpunkt mehrerer Linien, an dem die Züge bis zu ihrem nächsten fahrplanmäßigen Einsatz warten. Die Linie 4 verkehrt zwischen Falkenberg und Hackeschem Markt.

Trotz des Radbruchs war der Zug nicht entgleist, zudem hätten sich keine Fahrgäste in dem Waggon befunden. Der Zug gehört zur ältesten noch in Betrieb befindliche BVG-Baureihe vom tschechischen Hersteller Tatra. Die noch zu DDR-Zeiten angeschafften Züge waren nach der Wende modernisiert worden und sollen noch mindestens drei Jahre weiter bei der BVG fahren. Nach BVG-Angaben ist der Zug ordnungsgemäß gewartet worden. Bis zur nächsten Hauptuntersuchung hätte er noch 70.000 Kilometer fahren können. Der Zug ist inzwischen in eine Werkstatt abgeschleppt worden, dort soll jetzt nach der Ursache des Radbruchs gesucht werden. Laut BVG-Sprecher Wazlak war dies „das erste Mal in der BVG-Geschichte, dass bei einer Tatra-Straßenbahn ein Rad komplett abgebrochen ist“.

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