Grand Prix

Berlin kämpft weiter um den Song Contest

Lena Meyer-Landrut hat den Grand Prix nach Deutschland geholt. Doch in welcher deutschen Stadt der kommende European Song Contest stattfindet, ist noch nicht geklärt. Berlin rechnet sich weiter Chancen aus.

"Noch ist die Entscheidung offen. Berlin hat eine absolut gute Bewerbung abgegeben“, sagt Günter Kolodziej, stellvertretender Sprecher des Berliner Senats, zu den Gerüchten, dass die Entscheidung für den Austragungsort des Eurovision Song Contests schon gefallen sei. „Solange vom Norddeutschen Rundfunk noch nichts offiziell vergeben ist, werden wir auch weiterhin die Daumen drücken.“

Berlin hat also noch nicht aufgegeben. Klar ist, dass die Stadt gern als Gastgeber des prestigeträchtigen Wettbewerbs auftreten würde. Das Konzept, mit dem man sich um die Ausrichtung beworben habe, so ist man sich im Roten Rathaus sicher, sei überzeugend. Die Reaktionen auf die wiederholten Meldungen, nach denen sicher sein soll, dass Berlin aus dem Rennen sei, sind dementsprechend verhalten. Nach Berichten mehrerer Medien verdichteten sich in den letzten Tagen die Anzeichen, dass der Eurovision Song Contest im nächsten Jahr nicht in Berlin, sondern in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf ausgetragen wird. Sogar genaue Termine für Qualifikations- und Austragungsdatum wurden bereits genannt. Bestätigt wurde aber nach wie vor nichts.

Die Stadt Düsseldorf dementiert ebenfalls. Stadtsprecher Michael Frisch sagt zu den zahlreichen Gerüchten: „Wir wissen auch nicht mehr als alle anderen. Und auch wir hoffen, dass die Entscheidung bald fällt.“ Entgegen anderslautenden Gerüchten spielen die Produktionskosten der Veranstaltung bei der Vergabe offenbar keine Rolle. Produziert wird der Eurovision Song Contest federführend vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) als verantwortliche ARD-Sendeanstalt. Die Finanzierung der Produktion liegt aber nicht bei der Sendeanstalt des Bundeslandes, in dem der Wettbewerb stattfindet, oder beim NDR allein, sondern bei der gesamten Sendergemeinschaft der ARD – gemeinsam mit der Europäischen Rundfunkunion (EBU). Damit ist es gleichgültig, wo der Wettbewerb stattfindet: Die Kosten für die einzelnen ARD-Anstalten bleiben gleich. Bedenken, nach denen Düsseldorf mit der großen Sendeanstalt WDR im Rücken Vorteile gegenüber dem kleineren Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) habe, sind also unbegründet.

Der NDR dementierte auch am Freitag, dass die der Wettbewerb in Düsseldorf ausgetragen werde. „Die Entscheidung für den Austragungsort des Eurovision Song Contest im nächsten Jahr ist noch immer nicht gefallen“, so ein Sprecher des NDR. Auch der genannte Termin, nach dem der Song Contest am 14. Mai stattfinden werde, sei nicht zutreffend.

Inzwischen scheint jedoch sicher, dass die Bekanntgabe der Gastgeberstadt in den nächsten Tagen erfolgt. Damit hätten dann auch die seit Wochen anhaltenden Spekulationen ein Ende.