Nach Attacke

Opferverband zeigt Linke-Chefin Gesine Lötzsch an

Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Linke-Chefin Gesine Lötzsch erstattet. Sie soll nicht gegen eine Schlägerei an der Berliner Urania unternommen haben.

Hintergrund der Strafanzeige der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), die nach eigenen Angaben am Montag und gegen mehrere Personen gestellt wurde, sind die Angriffe Linksextremer auf SED-Opfer am Sonnabend vor der Urania in Berlin. Dabei war unter anderen Vera Lengsfeld, frühere DDR-Bürgerrechtlerin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, verletzt worden. Gegen 16.20 Uhr waren laut Polizei Teilnehmer des Luxemburg-Kongresses und mehrere Gegendemonstranten in Streit geraten. Die zunächst verbal geführte Auseinandersetzung endete in einer handfesten Rauferei, in deren Verlauf drei Personen verletzt wurden. Polizisten trennten die etwa zehn Personen voneinander, einer musste sich im Krankenhaus wegen einer Platzwunde in einem Krankenhaus ambulant versorgen lassen. Die Polizei stellte die Identitäten dreier Männer fest, die mutmaßlich an dem Streit beteiligt waren.

„Linke-Chefin Gesine Lötzsch hat es unterlassen, den Betroffenen zu helfen und stattdessen das Untertauchen der Täter in der Konferenz billigend hingenommen“, heißt es in einer Mitteilung der Vereinigung der Opfer des Stalinismus. Darin sieht die Organisation den Verdacht auf Strafvereitelung. Wer das Agieren einer Schlägertruppe in seinem Vorfeld billigend hinnehme, so die VOS, habe „den Konsens demokratischer Parteien verlassen, die das Grundgesetz mit seiner Versammlungs- und Meinungsfreiheit respektieren“.

Auch danach habe sich die Linke-Chefin mit keinem Wort zu den Angriffen geäußert, obwohl sie darüber informiert gewesen sei, heißt es weiter. Stattdessen habe sie ihre Wege zum Kommunismus auf der Urania-Bühne, auf der RAF-Terroristin Viett und DKP-Chefin Jürgensen Platz genommen hatten, verteidigt.

VOS-Bundesvorsitzender Johannes Rink forderte Polizei und Staatsanwaltschaft auf, „die blutigen Angriffe gründlich auszuwerten, um zu verhindern, dass Linksextremisten mit Gewalt die Entwicklung zu einem demokratischen Rechtsstaat zurückdrehen“.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat den Angriff von Linksradikalen auf Gegendemonstranten am Rande einer Rosa-Luxemburg-Konferenz verurteilt. Es sei beunruhigend, dass mehrere Menschen verletzt worden seien, sagte Körting am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen bei der Wahrnehmung ihres Demonstrationsrechtes angegriffen werden.“ Nach seinen Erkenntnissen hätten die Angreifer aus der linksextremen Szene die ehemaligen DDR-Opfer verletzt und danach Zuflucht in der Urania, dem Konferenzort, gesucht.

Die VOS wurde 1950 in Berlin gegründet. Sie ist der älteste und größte Opferverband und vereint nach eigenen Angaben bundesweit Tausende Opfer der SED-Diktatur und deren Sympathisanten.