Einzelhandel

Lange Nacht des Shoppings in Berlin abgesagt

Am kommenden Sonnabend sollten die Berliner und ihre Gäste an Kudamm und Tauentzien bis Mitternacht einkaufen können. Doch die Lange Nacht des Shoppings wurde jetzt abgesagt, wegen mangelnder Unterstützung. Organisator Tommy Erbe ärgert sich vor allem über ein großes Kaufhaus.

Foto: picture-alliance/ ZB

Die 19. Auflage der erfolgreichsten Einkaufsparty Deutschlands findet nicht statt. Organisator Tommy Erbe hat am Sonnabend die für das kommende Wochenende (24. Oktober) geplante „Lange Nacht des Shoppings“ abgesagt.

„Ich bedauere das sehr, aber die Teilnahmebereitschaft der Geschäfte hat immer mehr abgenommen“, sagt Erbe und meint damit die finanzielle Beteilung an den Kosten für Werbung, Verwaltung, Organisation, Feuerwerk und einem attraktiven Rahmenprogramm. Viele Geschäftsinhaber seien der Meinung, es würde reichen, bis 24 Uhr zu öffnen, dann würden die Besucher schon kommen, so der Organisator: „So eine Veranstaltung funktioniert nur mit einem Zusatzprogramm, und das kostet Geld“, sagt Erbe. „Es ging doch nicht nur um den Umsatz, es ging auch um die Standortbelebung des Kudamms und Tauentziens.“

Als Hauptärgernis nennt Erbe das KaDeWe, das von der Veranstaltung profitiert, sich aber nie an den Kosten beteiligt habe. Hinzu käme, dass Karstadt Schulden bei Erbe habe. „Der Konzern schuldet mir noch einen fünfstelligen Betrag von der Veranstaltung im Frühjahr“, sagt Erbe. „Ich habe kein Interesse, mit Unternehmen Geschäfte zu machen, die ihre Rechnungen nicht begleichen.“

Ins Leben gerufen wurde die Einkaufsparty im Jahr 2000 als Demonstration gegen die Ladenöffnungszeiten. „Jetzt hat Berlin das liberalste Ladenschlussgesetz Deutschlands. Das ist auch unser Erfolg“, sagt Erbe. Die Shopping-Nacht war auch die Eröffnungsveranstaltung für den „WinterZauber“, mit dem die Berlin Tourismus Marketing GmbH die Stadt als Shopping-Metropole bewirbt. Rund 500.000 Besucher kamen durchschnittlich zu jeder Einkaufsnacht. Startete die Veranstaltung vor neun Jahren mit 15 großen Partnern, waren es zum Schluss nur noch fünf.

„Berlin lebt von Veränderungen, und diese Idee hat sich überholt“, sagt Wirtschaftsstadtrat Marc Schulte (SPD). Er sieht auch keinen Bedarf, die Shopping-Nacht zu retten. „Es mangelt uns nicht an Ideen, den Breitscheidplatz kulturell zu bespielen. Jetzt gilt es, in die Zukunft zu schauen.“