U-Bahn

Bauarbeiten – U8 für zwei Monate unterbrochen

Die BVG lässt Gleise, Tunnel und Signale auf drei U-Bahn-Linien erneuern. Auf der U7, der U8 und der U9 beginnen nächste Woche zeitgleich Bauarbeiten.

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Kaum rollen wieder ein paar mehr S-Bahn-Wagen über die Gleise, da drohen den Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel neue Engpässe. Dieses Mal allerdings bei der Berliner U-Bahn. Auf gleich drei Linien – der U7, der U8 und der U9 beginnen kommende Woche umfangreiche Bauarbeiten. Alle Maßnahmen seien langfristig geplant und für einen sicheren Betrieb der U-Bahn dringend notwendig, begründeten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre Entscheidung, trotz der derzeit besonders hohen Zahl an Fahrgästen in der U-Bahn die Arbeiten zeitlich nicht zu verschieben. „Wir müssen im U-Bahn-Netz kontinuierlich etwas tun, sonst stehen wir irgendwann da wie die Berliner S-Bahn“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Als unbedingt erforderlich sieht die BVG unter anderem die Erneuerung der Gleise für die insgesamt 32 Kilometer lange Linie U7 (Rathaus Spandau–Rudow) zwischen den Bahnhöfen Richard-Wagner-Platz und Rathaus Spandau an. „Nach mehr als 25 Jahren ununterbrochenem Betrieb sind in diesem Bereich die Gleise abgefahren und müssen dringend ersetzt werden“, so Reetz. Um die Spandauer, die durch die S-Bahn-Krise besonders stark beeinträchtigt waren, nicht ganz so stark zu belasten, wurde die Baulogistik so geändert, dass die Einschränkungen im Zugverkehr erst nach 22 Uhr beginnen.

Konkret wird von Sonntagabend an ein Pendelverkehr zwischen Rathaus Spandau und Rohrdamm sowie zwischen Rohrdamm und Richard-Wagner-Platz eingerichtet. Die Züge fahren jeweils alle 20 Minuten. Zwischen Richard-Wagner-Platz und Rudow verkehrt die U7 weiter im Regelbetrieb im 10-Minuten-Takt. Der Wochenendverkehr am Freitag und Sonnabend werde aber nicht beeinträchtigt, betonte die BVG. Die Gleiserneuerung kostet 1,7 Millionen Euro und soll bis zum 24.Februar abgeschlossen sein.

Mehr als zwei Monate müssen die Nutzer der insgesamt 18 Kilometer langen Linie U8 (Wittenau–Hermannstraße) mit Einschränkungen leben. Auf dieser Linie müssen laut BVG die sogenannten Hintergleisflächen – also die Tunnelwände – zwischen den Bahnhöfen Gesundbrunnen und Jannowitzbrücke saniert werden.

Auch diese Arbeiten sollen nur in den späten Abendstunden stattfinden. Laut BVG wird die Linie von Sonntagabend, 22Uhr, bis zum 7.März zwischen Gesundbrunnen und Bernauer Straße unterbrochen. Zwischen den Stationen fahren ersatzweise Busse. Zwischen Bernauer Straße und Jannowitzbrücke wird es einen eingleisigen Betrieb im 20-Minuten-Takt geben. Zwischen Wittenau und Grundbrunnen sowie Jannowitzbrücke und Hermannstraße fahren die Züge regulär im 10-Minuten-Takt. Vom kommenden Donnerstag an wird auch noch auf der U9 (Osloer Straße–Rathaus Steglitz) gebaut. Auf der zwölf Kilometer langen Linie muss die Stellwerkstechnik teilweise erneuert werden. Aus diesem Grund fahren abschnittsweise Busse statt Bahnen: Zunächst von Freitagmorgen bis Sonnabend, 6 Uhr, zwischen Osloer Straße und Zoologischer Garten, dann bis zum 16. Januar, Betriebsschluss, zwischen Osloer Straße und Güntzelstraße, ab 17. Januar schließlich zwischen Zoologischer Garten und Walther-Schreiber-Platz sowie ab 18. Januar zwischen Zoologischer Garten und Güntzelstraße. Die BVG empfiehlt speziell bei Fahrten am übernächsten Wochenende die Umfahrung des Bereichs mit Zügen der Linien U6 und U2.

Bereits seit Monaten fahren am westlichen Ende der Linie U2 zwischen Olympia-Stadion und Ruhleben keine Züge mehr. Wie berichtet, hat die BVG der ursprünglich beauftragten Baufirma gekündigt, weil terminliche und qualitative Vorgaben nicht eingehalten wurden. Bis auf Weiteres fahren die Züge daher nur bis zum Bahnhof Olympia-Stadion.

Bis Ruhleben müssen Fahrgäste auf die Buslinie 131 umsteigen. Wann der Streckenabschnitt und der Bahnhof Ruhleben fertig werden, ist offen. Nach der Kündigung muss die BVG den Auftrag neu ausschreiben. Mindestens bis zum Frühjahr müssen sich die Fahrgäste noch gedulden.