Eisregen

Die Verkehrslage normalisiert sich langsam

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Jetzt kommt Tauwetter

Für die kommenden Tage rechnen die Meteorologen mit einem vorläufigen Ende der weißen Pracht, Tauwetter steht den Deutschen ins Haus.

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Berlins Gehwege und viele Straßen sind spiegelglatt. Fußgänger schlittern nur noch vorwärts, es gibt zahlreiche Verletzte. Auch im Straßen- und Schienenverkehr gibt es Probleme. Ebenso ist die Situation in Brandenburg. Die Unwetterwarnung für Berlin ist aber aufgehoben.

Bei der Berliner Feuerwehr hat Eisregen am Donnerstag den Ausnahmezustand ausgelöst. Da zahlreiche Menschen auf spiegelglatten Gehwegen stürzten, waren am Vormittag 20 zusätzliche Rettungswagen im Einsatz, wie ein Sprecher mitteilte. 115 Wagen sammelten von 0.00 bis 12.00 Uhr 182 Glatteis-Opfer ein und brachten sie in Krankenhäuser. "Es ging quer durch – Schulkinder, Alte und jüngere Menschen waren betroffen“, so der Sprecher. Zehn Freiwillige Feuerwehren unterstützten die Rettungskräfte. Am Mittag wurde der Ausnahmezustand beendet, die Lage normalisierte sich.

In der Berliner Charité in Mitte hatten die Ärzte wegen der Eisglätte vermehrt Patienten mit Knochenbrüchen zu behandeln. „Allein gegen 9.45 Uhr sind fünf Fahrzeuge der Feuerwehr hintereinander eingetroffen und haben verletzte Fußgänger gebracht“, sagte ein Krankenhaussprecher. Bis 10 Uhr seien sieben Patienten mit Brüchen an Sprung- und Handgelenken behandelt worden. „Wir rechnen im Laufe des Vormittags mit weiteren Verletzten“, sagte der Sprecher weiter. Mittlerweile gebe es ähnlich viele Verletzte wie beim großen Kälteeinbruch im Februar 2010.

Der Eisregen führt derzeit in Berlin und Brandenburg führte zu spiegelglatten Straßen und Gehwegen. Das hat vor allem auch die Berliner Busse ins Schlittern gebracht. „Die Busse kommen teils nur noch im Schritttempo voran“, berichtete BVG- Sprecherin Petra Reetz. Vor allem außerhalb des S-Bahnrings sei die Lage schwierig, innerhalb rolle es noch relativ gut. Jedoch wurden je nach Glättelage nicht mehr alle Haltestellen angefahren, die Linie 117 in Teltow ganz eingestellt.

Bei der U1, die weite Strecken oberirdisch verläuft, kam es zu kurzzeitigen Unterbrechungen, weil die Stromschienen eingefroren waren. „Dann müssen wir die Schienen erstmal wieder 'auftoasten', damit es weitergeht“, so Reetz. Die Straßenbahnen fuhren weiter.

Auch der Flugverkehr in Tegel wurde gegen 10 Uhr eingestellt, gegen 12 Uhr aber wieder aufgenommen. Im Laufe des Tages könne es noch zu Verspätungen kommen, da sich der Stau bei den verzögerten Flügen erst auflösen müsse, sagte ein Flughafensprecher. Verzögerungen gebe es auch durch die notwendige Enteisung der Flugzeuge. Etwa zehn Flüge waren am Morgen gestrichen worden, sechs Maschinen wurden nach Schönefeld umgeleitet. Der dortige Flughafen war durchgehend geöffnet.

Busverkehr in Potsdam komplett eingestellt

In Brandenburg gab es 0 und 12 Uhr 250 Unfälle. Der Schwerpunkt lag im Westen und im Nordwesten. Bei 231 Unfällen blieb es bei Sachschäden, bei 19 Unfällen wurden insgesamt 26 Menschen verletzt. Auch die Autobahnen verwandelten sich in gefährliche Rutschbahnen. Auf der Autobahn 24 ereigneten sich innerhalb kurzer Zeit sechs Unfälle. Sie wurde am Vormittag gesperrt. Auf der Bundesstraße 2 zwischen Potsdam und Groß Glienicke kollidierten zwei Autos frontal. Zwei Personen wurden verletzt. Auch hier gab es eine Komplettsperrung. In Doberlug-Kirchhain kollidierte ein Pkw mit einem Bus.

In Potsdam wurde der Busverkehr der Gesellschaft Havelbus bis 11 Uhr komplett eingestellt. Die Verkehrsgesellschaft Prignitz stellte am Morgen ebenfalls den Nahverkehr ebenfalls vollständig ein. Am Vormittag rollten dann schrittweise wieder erste Fahrzeuge von den Betriebshöfen.

Die Polizei rät trotz einer leichten Entspannung seit Mittag weiter, das Auto stehen zu lassen.

Unwetterwarnung gilt bis 12 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam hatte für Berlin und ganz Brandenburg sowie für weite Teile des übrigen Deutschland eine Unwetterwarnung vor Glatteis herausgegeben. Sie galt bis 12 Uhr - und danach weiter für Südbrandenburg. Von Westen war zunächst gefrierender Regen aufgekommen, der sich im weitern Verlauf noch verstärkte. Der Aufruf der Wetterexperten: „Vermeiden Sie Autofahrten! Bleiben Sie im Haus!“ in Straßen und Schienenverkehr werden starke Beeinträchtigungen erwartet.

Seit 12 Uhr gilt nun eine Amtliche Warnung vor Glätte für Berlin und die nördliche Hälfte Brandenburgs. Eisregen ist nicht mehr zu erwarten, aber örtlich Glatteis infolge gefrierenden Regens oder Sprühregens. Zusätzlich kann es auch noch leichten Schneefall geben. Weiterhin mahnt der Wetterdienst: "Vermeiden Sie Autofahrten!" Die Aufforderung, lieber nicht aus dem Haus zu gehen, folgt dem aber nicht mehr. Die aktuelle Warnung gilt bis 15 Uhr.

Aktuelle Informationen erhalten Sie unter: www.morgenpost.de/wetter .

( dpa/dapd/sh )