Jahresbilanz

Berliner Flughäfen - Geld für BBI fast zusammen

Das Jahr 2010 hat den Berliner Flughäfen erneut einen Passagierrekord beschert. Auch der Umsatz stieg in Rekordhöhe. Die 420 Millionen Euro Eigenfinanzierungsbeitrag für BBI sind fast zusammen.

Die Berliner Flughäfen haben 2010 trotz Wirtschaftskrise und Flugausfällen wegen der Aschewolke eines isländischen Vulkans einen Rekordumsatz verbucht. Die Erträge hätten mit rund 250 Millionen Euro einen neuen Höchststand erreicht, teilte das Unternehmen mit. Das Vorsteuerergebnis Ebitda sei auf rund 90 Millionen Euro gestiegen. Damit hätten die Berliner Flughäfen bereits 420 Millionen der 440 Millionen Euro Eigenfinanzierungsbeitrag zum Airport Berlin Brandenburg International (BBI) erreicht. Die restliche Summe werde in diesem Jahr erwirtschaftet.

Die Flughäfen verzeichneten nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr auch einen Passagierrekord. Insgesamt wurden 2010 rund 22,32 Millionen Passagiere an den Flughäfen Tegel und Schönefeld abgefertigt. Die Bauarbeiten für den neuen Großflughafen in Schönefeld liefen auf Hochtouren, sagte ein Sprecher. Kurz vor dem Jahreswechsel sei mit dem Einsetzen der Scheiben das Terminal wetterfest gemacht worden.

Der Großflughafen ist das wichtigste Infrastrukturprojekt der Region, die Baukosten werden auf 2,5 Milliarden Euro beziffert. Ursprünglich sollte der Flughafen Ende Oktober 2011 eröffnet werden. Der Termin wurde aber wegen der Insolvenz eines der drei zentralen Planungsbüros sowie neuer EU-Sicherheitsbestimmungen auf Juni 2012 verschoben. Inzwischen tobt ein heftiger Streit um die Flugrouten.

Flughafenchef Rainer Schwarz geht davon aus, dass die Diskussion um die Festsetzung der Flugrouten auch 2011 weitergehen wird. Er zeigte sich aber optimistisch, dass in den kommenden Monaten „tragfähige Lösungen“ erarbeitet werden können. Schwarz warnte davor, aus der „berechtigten Flugroutendiskussion eine so unsinnige wie schädliche Flughafendiskussion zu machen“. Wer beispielsweise ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr fordere, mache die Hauptstadtregion dauerhaft zur „Flugprovinz“ und gefährde Tausende Arbeitsplätze.