Ladenschluss

Berliner strömen Sonntag in die Einkaufscenter

Den ersten Sonntag 2011 nutzen viele Geschäfte, um zu öffnen - und viele Berliner zog es zum Shopping. Im Gesundbrunnencenter war der Andrang so groß, dass die Läden länger offen blieben. Dort tummelten sich bis zu 40.000 Menschen.

Foto: David Heerde

Anscheinend haben sich viele Berliner für das neue Jahr vorgenommen, noch mehr einzukaufen. Denn: Was sich am Sonntag, dem zweiten Tag des noch jungen Jahres, in Läden und Einkaufszentren abspielte, stellt den vorweihnachtlichen Einkaufstrubel glatt in den Schatten.

Rund um das Gesundbrunnen Center in Wedding herrscht Stau auf den Straßen. Es gibt Hupkonzerte, genervte Autofahrer gehen auf Parkplatzsuche. Und im Center bietet sich ein ähnliches Bild. Die Rolltreppen sind überfüllt, alle Geschäfte gut besucht und selbst vor den Toiletten im Untergeschoss bilden sich lange Schlangen.

50 Jahre Saturn-Märkte

„Es ist einfach unglaublich. Ich kann mich an keinen Tag im Weihnachtsgeschäft erinnern, an dem es so voll war“, sagt die Centermanagerin Joanna Fisher. Ihren Schätzungen nach besuchten von 13 Uhr an bis zum späten Nachmittag ungefähr 40.000 Gäste das Einkaufscenter an der Badstraße. An normalen Tagen sind es zwischen 8 und 21 Uhr rund 30.000 Besucher. „Der Andrang und die Nachfrage unserer Kunden ist so groß, dass wir nicht wie geplant um 18 Uhr schließen werden, sondern erst um 20 Uhr“, sagt sie. Ein Grund für den großen Ansturm ist auch das 50-jährige Bestehen der Berliner Saturn-Märkte. Einer davon ist Mieter im Gesundbrunnen-Center. Der Jubilar verteilt Geburtstagsgeschenke in Form von Warengutscheinen bei Einkäufen ab 100 Euro. „Wir wissen noch nicht genau, was wir kaufen, wir haben aber noch unser Weihnachtsgeld“, sagen Ursula und Helmut Stelzel aus Neukölln.

Von den insgesamt zehn möglichen verkaufsoffenen Sonntagen in Berlin können zwei individuell festgelegt werden. Das nutzten am Sonntag auch ein Großteil der Kaiser’s-Tengelmann-Filialen und verschiedene Möbelhäuser. Auch die Ikea-Häuser hatten von 13 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Bereits um 12 Uhr sitzen Kunden bei Ikea Tempelhof im Restaurant. Und wenige Minuten vor 13 Uhr setzt der Run auf die Parkplätze ein. Wenig später dann herrscht der Andrang an der Rolltreppe.

„Wir wollten schon lange ein Wandteil für ein Bett und eine Couch mit einem speziellen Design kaufen“, sagen Stephanie und Frank Herrmann. „Doch entweder war das ausverkauft oder hatte sehr lange Lieferzeiten. Und heute haben wir im Internet entdeckt, dass die Sachen hier zu haben sind. Da haben wir uns gleich auf den Weg gemacht.“ Ähnlich müssen Tausende andere Berliner auch gedacht haben. Kaum ein Kunde, der das Haus nicht mit Tüten, Kartons oder einem großen Wagen Richtung Parkplatz verlässt.

„Wir ziehen Ende des Monats zusammen und haben uns schon einmal ein paar Sachen gemeinsam angesehen“, sagt ein junges Pärchen. Da beide ab Montag wieder arbeiten müssen, wollten sie die gemeinsame freie Zeit für die Möbelsuche nutzen.

Die nächste Möglichkeit, an einem Sonntag einkaufen zu können, bietet sich am 30. Januar an. Im Rahmen der Internationalen Grünen Wochen dürfen die Geschäfte sonntags zwischen 13 Uhr und 20 Uhr öffnen.