Wedding

Geldeintreiber verwüsten Döner-Imbiss

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Michael Behrendt

Zehn Jugendliche haben einen Imbiss in Wedding kurz und klein geschlagen. Anschließend nahmen sie sich den Imbissbesitzer vor, der danach im Krankenhaus behandelt werden musste. Der Staatsschutz ermittelt nun, ob die Täter im Auftrag der verbotenen PKK aktiv waren.

Bei einem Angriff auf einen Imbiss an der Prinzenallee in Gesundbrunnen sind in der Nacht zu gestern drei Männer verletzt worden. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen – es wird nicht ausgeschlossen, dass es sich bei den Tätern um Geldeintreiber der verbotenen PKK handelt. Ein 16-Jähriger wurde festgenommen.

Nach bisherigen Erkenntnissen waren gegen 22.30 Uhr etwa zehn Jugendliche in dem Lokal erschienen und hatten sofort damit begonnen, mit Messern und Billardqueues das Mobiliar zu zerstören und mit Stühlen die Scheiben einzuwerfen. Anschließend griffen sie den 36-jährigen Wirt sowie zwei Gäste an, bevor sie flüchteten. Die beiden Kunden verfolgten den Ermittlungen zufolge die Tätergruppe und konnten den 16 Jahre alten Verdächtigen an der Kreuzung Prinzenallee Ecke Osloer Straße schließlich stellen.

Bis zum Eintreffen der Polizei hielten sie ihn fest und wurden von den Beamten zunächst selbst zu Boden gebracht, bevor sich die Situation aufklärte. Anschließend wurden sie von Rettungswagen der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht, wo sie nach einer ambulanten Behandlung wieder entlassen werden konnten. Der 36 Jahre alte Inhaber wurde wegen einer stark blutenden und tiefen Schnittverletzung an der Hand stationär eingewiesen.

Vor dessen Imbiss – dem Tatort – versammelten sich in der Folge etwa 30 Personen, die die Arbeit der Polizei behindern wollten. Hinzu alarmierte Einsatzkräfte konnten die zunächst unübersichtliche Lage schnell beruhigen. Noch in der Nacht übernahm dann der Staatsschutz die Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. Laut einem Ermittler gibt es Hinweise darauf, dass die Schläger im Vorfeld versucht hatten, Geld für die Aktionen der kurdischen PKK einzutreiben. „Denkbar ist, dass der Wirt offenbar nicht zahlen wollte und nun bestraft werden sollte“, so der Beamte. Die genauen Hintergründe müssten aber noch ermittelt werden. Hinweise zu den Mittätern des 16 Jahre alten Festgenommenen nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Laut einem Insider der Szene würde ein Großteil der kurdischen Geschäftsleute im Stadtgebiet für die Sicherheit ihrer Unternehmen bezahlen. „Da erspart ihnen eine Menge Ärger. Denn obwohl die Gelder an die PKK fließen, gewährleisten die Eintreiber letztlich auch den Schutz ,ihrer Kunden.“ Diese Zahlungen seien immer noch günstiger als das generelle Engagieren eines Sicherheitsunternehmens. Zudem würden auch viele Unternehmer den Zielen und Machenschaften der PKK zustimmen.