Verkehr

A100 ist wegen Brückenabriss gesperrt

Der beinah völlige Ausfall der Berliner S-Bahn ist an diesem Wochenende nicht das einzige Problem, dass die Berliner im Nahverkehr zu bewältigen haben. Obendrein ist auch noch die A100 wegen des Abrisses der Spandauer-Damm-Brücke gesperrt. Und auch am Bahnhof Ostkreuz kommt es zu Behinderungen.

Notverkehr bei der S-Bahn, gesperrte Autobahnen, Pendelverkehr am Ostkreuz: Autofahrer und Nahverkehrskunden stehen an diesem Wochenende vor großen Herausforderungen. Für 54 Stunden werden gleich mehrere Hauptverkehrsadern der Stadt nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung stehen. Neben dem Chaos bei der S-Bahn sorgen nämlich gleich zwei Großbaustellen für weitere Einschränkungen.


Von Freitag, 22 Uhr, an sind der Spandauer Damm und die Stadtautobahn A 100 abschnittsweise voll gesperrt. Schon im Vorfeld kann es zu Behinderungen kommen. Grund ist der Neubau der Spandauer-Damm-Brücke. Der letzte Teil der ehemaligen Brücke wird an diesem Wochenende abgebrochen. Bis Montag, 4 Uhr, müssen Autofahrer daher auf Umleitungsstrecken ausweichen. Gesperrt ist die Stadtautobahn zwischen den Dreiecken Charlottenburg und Funkturm, der Spandauer Damm zwischen Sophie-Charlotten-Straße und Königin-Elisabeth-Straße/Fürstenbrunner Weg. Schon auf dem "Berliner Ring", der A 10, werden Autofahrer auf die Sperrungen hingewiesen. Eine weiträumige Umfahrung wird empfohlen. Im Innenstadtbereich sind mehrere Umleitungsstrecken ausgeschildert. Eine Ausweichroute für die Autobahn führt außerhalb der Umweltzone in beiden Richtungen über Messedamm, Königin-Elisabeth-Straße, Fürstenbrunner Weg, Rohrdamm und Siemensdamm. Umgeleitet werden auch die BVG-Buslinien 123 und N23. Alle Ampelanlagen auf der Umleitungsstrecke sollen nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung so geschaltet werden, dass die erwarteten Staus möglichst kurz ausfallen.

Als Umleitung für den Spandauer Damm empfiehlt die Senatsverwaltung eine Route über Sophie-Charlotten-Straße, Knobelsdorffstraße und Königin-Elisabeth-Straße. Betroffen ist auch die BVG-Buslinie M 45. Weil die A100 ohnehin gesperrt ist lässt die Senatsverwaltung zudem an diesem Wochenende noch kleinere Arbeiten an anderen Autobahnabschnitten erledigen. Teilsperrungen wird es deshalb auch an der Rudolf-Wissel-Brücke und an der Anschlussstelle Heckerdamm (A 11) im Autobahndreieck Charlottenburg geben.

Verschiebung wäre 1,5 Millionen Euro teuer

Dass Autobahnsperrungen angesichts der angespannten Lage bei der S-Bahn heikel sind, ist auch der Senatsverwaltung bewusst. Eine Verschiebung der Arbeiten auf einen späteren Zeitpunkt sei zwar geprüft, letztlich aber verworfen worden, sagte eine Sprecherin. Hauptgrund: Das schwere Gerät, das für die Arbeiten benötigt wird, ist seit langem gebucht. Eine kurzfristige Absage würde den gesamten Bauablauf gefährden und erhebliche Mehrkosten von 1,5 Millionen Euro verursachen. Obwohl der Autobahnabschnitt der am stärksten befahrene Deutschlands ist, erwartet selbst der Berliner ADAC, dass das große Verkehrschaos am Wochenende ausbleibt, da vor allem die "pfiffigen Berliner wieder die Umleitungen nehmen und sich alternative Strecken suchen werden".

Trotz Krise und Notfahrplan wird auch bei der Bahn weiter gebaut. Von Montag an soll am Bahnhof Ostkreuz der gesamte Ringbahnverkehr über den neuen Bahnsteig laufen, der später für den Regionalverkehr vorgesehen ist. Von Freitag, 22 Uhr, an werden die Ringbahngleise in Fahrtrichtung Treptower Park zum neuen Bahnsteig "verschwenkt". Bis Montag, 4 Uhr, gibt es daher Pendelverkehr zwischen Frankfurter Allee und Treptower Park. Für alle Fahrgäste, die am Ostkreuz von der Ring- auf die Stadtbahn oder umgekehrt umsteigen müssen, werden die Wege noch bis Mitte November lang. Weil der neue Bahnsteig noch keine direkte Treppenverbindung zu den Stadtbahnsteigen hat, müssen Umsteiger um den ganzen Bahnhof herum und über die provisorische Fußgängerbrücke laufen.

Mit zusätzlichen Einschränkungen ist wegen der Bauarbeiten am Ostkreuz auch in den kommenden Monaten zu rechnen, wie ein Sprecher der Bahn bestätigt. Bis November werde es vor allem an den Wochenenden Änderungen im S-Bahn und Regionalverkehr geben.

Die Bauarbeiten angesichts der aktuellen S-Bahn-Krise zu verschieben, sei nicht möglich, versichert auch die Deutsche Bahn. Ansonsten drohe der enge Gesamtzeitplan für den Umbau des Ostkreuzes "ins Rutschen" zu kommen, so ein Sprecher.