Blockierter Tunnel

S-Bahn fährt nach "Sonderzug"-Unfall wieder

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Der "Sonderzug nach Pankow", eine historische S-Bahn, war am Bahnhof Friedrichstraße aus den Schienen gesprungen. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Doch nun rolt der Verkehr auf S1, S 2 und S 25 wieder.

Für die Entgleisung eines historischen S-Bahnzuges aus dem Jahr 1928 im Nord-Süd-Tunnel am Berliner Bahnhof Friedrichstraße ist nach Angaben der Bundespolizei vermutlich ein technischer Defekt verantwortlich. Bei dem Unfall am Samstagnachmittag war niemand verletzt worden. Die Fahrgäste seien kurz zuvor in Pankow ausgestiegen, so ein Sprecher der Bundespolizei. Der Zug habe kurz vor dem Bahnhof Friedrichstraße halten müssen. Beim Anfahren habe der Triebwagenführer gemerkt, dass der Zug „zurückgezogen wird und sofort gebremst“.

Aufgrund des Unfalls kam es zu einer doppelseitigen Streckensperrung zwischen den S-Bahnhöfen Nordbahnhof und Potsdamer Platz. Betroffenen waren die S-Bahnlinien sind die S 1, S 2 und S 25. Die Aufräumarbeiten dauerten an.

Am Sonntagabend wurde der Verkehr wieder aufgenommen. Zunächst rollten die Züge im 20-Minuten-Takt, sagte S-Bahn-Sprecher Ingo Prignitz. Zudem mussten die Fahrgäste auf dem Bahnhof Friedrichstraße umsteigen. Von Betriebsbeginn an diesem Montag um 4 Uhr lief dann alles wieder regulär.

"Die Bergung des Zuges ist sehr schwierig“, sagte Prignitz. Der entgleiste Waggon war gewissermaßen zwischen Tunnelwand und Flutschutztor eingeklemmt und musste auf engstem Raum ohne Maschinen bewegt werden.

Nach Angaben der Bundespolizei war ein Drehgestell des dritten Wagens aus den Gleisen im viel befahrenen Nord-Süd-Tunnel gesprungen. Der Zug sei daraufhin in Schräglage und gegen eine Tunnelwand geraten. Der Vorfall habe sich bei der Einfahrt in den Bahnhof Friedrichstraße bei nur geringer Geschwindigkeit ereignet. Bundespolizei und Eisenbahnbundesamt untersuchen noch die genaue Ursache des Unfalls.

"Im Tunnel ist es wahnsinnig eng“, sagte S-Bahn-Sprecher Prignitz. In der Nacht zum Sonntag seien bereits alle sieben Wagen bis auf den Unfallwaggon weggefahren worden. Am Sonntag wurden mit Hilfe einer Spezialkonstruktion einzelne Teile für den Abtransport abmontiert. Zudem müssen auf der Strecke mehrere Schwellen ausgetauscht und etwa 100 Meter Stromschiene erneuert werden, sagte der Sprecher.

Die Bahn soll am Samstag als „Sonderzug nach Pankow“ gechartert worden und auf der Rückfahrt von einer Veranstaltung zum 25. Geburtstag des gleichnamigen Schlagers von Udo Lindenberg gewesen sein. Eine Bestätigung durch die Berliner S-Bahn gab es dafür nicht.

Die S-Bahn verfügt über mehrere historische Züge, die für Ausflüge und Veranstaltungen gemietet werden können.

( dpa/mim )