Neue Anlagen

Berliner Tierheim hat jetzt Platz für Affen und Leguane

Europas größtes Tierheim bietet jetzt noch mehr Tieren Unterschlupf. Gleich drei neue Anlagen wurden eröffnet. Ein Erweiterungsbau für Exoten-, Reptilien- und Affenstation, ein Altersheim für Katzen sowie ein Gehege für ihre frei lebenden Artgenossen,.

Das Tierheim Berlin am Hausvaterweg 39 in Falkenberg ist gewachsen. Drei neue Anlagen sind zum Welttierschutztag in Betrieb genommen worden. "Die dringend benötigten Einrichtungen setzen bundesweit Maßstäbe", sagte Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und des Berliner Tierschutzvereins. Es handelt sich um eine Exoten-, Reptilien- und Affenstation, das erste Altersheim des Tierschutzbundes für Katzen und ein Gehege für frei lebende Katzen.

"Im neuen Exotenhaus können nun alle Tropen- und Wüstentiere wie Leguane, Bartagame, Geckos oder Schlangen sowie bis zu hundert Schildkröten, aber auch Fische aller Art aufgenommen werden", so Tierheim-Sprecher Marcel Gäding. Derzeit seien in dieser "Auffangstation" allein 230 Reptilien untergebracht. Für Wasser- und Landschildkröten gibt es jeweils drei weitläufige Innen- und Außenanlagen. Die Station verfügt auch für maximal 15 Affen über fünf Klettergehege, darunter zwei zur Quarantäne. Gäding: "Wir bieten solchen Primaten ein neues Zuhause, die in Versuchslaboren leiden mussten." Das gesamte Exotenhaus solle zu einem Kompetenzzentrum des Tierschutzbundes für die Unterbringung und Pflege nicht heimischer Tiere werden. Allein in diesem Jahr musste das Tierheim schon 450 nicht artgerecht gehaltene Exoten übernehmen.

In der "Seniorenresidenz" für Katzen finden bis zu 40 betagte oder chronisch kranke Tiere eine Bleibe. "Sie brauchen eine besonders aufwendige Pflege und vertragen keinen Stress", so Gäding. Um nicht zu stören, sei Besuch eingeschränkt. Man gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass sich etliche dieser Tiere doch noch an neue Besitzer vermitteln ließen.

Das Katzen-Seniorenheim ist ebenso wie das Gehege für frei lebende Katzen mit einer Schallschutzwand zu dem Hunde-Rondells hin abgeschottet. Zuflucht finden Tiere, die ihre Reviere aufgeben mussten, so wegen Baustellen. "Sie sollen aber wieder in die Natur zurückkehren, wo sie hingehören, und nicht bei uns ihren Lebensabend verbringen", sagt der Tierheim-Sprecher.

So viele neue Anlagen in einem Jahr entstanden im größten europäischen Tierheim seit seiner Eröffnung 2001 nicht. Die Kosten von 2,7 Millionen Euro wurden ausschließlich durch Spenden aufgebracht. Ursprünglich waren zwei Millionen Euro vorgesehen, doch der Einbau modernster Klimatechnik verteuerte das Projekt. "Weitere Bauvorhaben müssen wegen sinkender Einnahmen jedoch erst mal auf Eis gelegt werden", sagt Gäding.

Am dringlichsten wäre ein neues Hundehaus gewesen. Auch die Quarantänestation könne nicht erweitert werden. An die Einstellung von Mitarbeitern sei ebenfalls nicht zu denken. Gäding: "Bedarf ist vorhanden, denn bei 60 Tierpflegern und Tierarzthelfern kommen auf einen statistisch gesehen 27 Tiere." Die Einnahmen des Tierheims, das sich fast nur aus Spenden, Erbschaften und Mitgliedsbeiträgen finanziert, seien in diesem Jahr um zehn Prozent zurückgegangen. Mehr als 8000 Tiere wurden 2009 bisher aufgenommen. Das sind zehn Prozent mehr als 2008.

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