Stadtschloss

Berliner Architektenverein kritisiert Bauministerium

Der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (AIV) hat gestern scharfe Kritik am Bundesbauministerium geübt. Anlass ist der Beschluss des Bundeskartellamts zum Bau des Humboldt-Forums auf dem Schloßplatz. Der AIV-Vorsitzende Manfred Semmer warnte vor „einer deutlichen Verzögerung des Baubeginns" und vor zusätzlichen Kosten.

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„Die Projektgemeinschaft um Franco Stella ist seit Monaten aktiv, und es sind erhebliche Planungskosten angefallen“, so AIV-Vorsitzende Manfred Semmer. Das Ministerium trage eine Mitschuld. Es sei zugunsten einer schnellen Vergabe seinen Sorgfaltspflichten nicht nachgekommen.

Das Bundeskartellamt hatte am Freitag den Vertrag mit dem italienischen Architekten aus formalen Gründen für nichtig erklärt. Das Vorhaben muss nun neu ausgeschrieben werden. Die Behörde kritisierte, die Auftragsvergabe sei nicht transparent gewesen. Das Bauministerium will gegen die Entscheidung Beschwerde einlegen. Kritik an der Vergabekammer äußerte hingegen Michael Braum, Vorstandschef der Bundesstiftung Baukultur. Mit der Entscheidung habe sie dem Wettbewerbswesen „einen Bärendienst erwiesen“, sagte er. „Welcher Bauherr wird sich in Zukunft gerne freiwillig der Herausforderung eines Architektenwettbewerbs stellen, wenn nach Abschluss des Wettbewerbsverfahrens dessen Realisierung durch formale Gründe erschwert oder gar aufgehoben wird?“, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung.

Der CDU-Fraktionsvize im Abgeordnetenhaus, Michael Braun, sagte, die Verantwortlichen hätten bei der Auftragserteilung „dilettantisch gehandelt“.