Brandstiftung

Autos angezündet - Staatsschutz ermittelt

Die Serie von wahrscheinlich politisch motivierten Brandstiftungen an Autos in Kreuzberg reißt nicht ab. Erneut wurden zwei Fahrzeuge schwer beschädigt. Eine Anwohnerin hatte zuvor einen Knall gehört und anschließend den Feuerschein gesehen.

Ein Auto traf es am späten Montagabend in der Charlottenstraße. Hier hatte ein 63-jähriger Autofahrer gegen 22 Uhr 30 einen brennenden Smart entdeckt und die Polizei informiert. Die Feuerwehr löschte die Flammen, die den Wagen fast vollständig zerstörten. Durch die Hitzestrahlung wurde ein daneben geparktes Auto in Mitleidenschaft gezogen.

Kurz vor 2 Uhr stand auf einem Parkplatz an der Hasenheide in Kreuzberg ein Wohnmobil in Flammen. Eine Anwohnerin hatte zuvor einen Knall gehört und anschließend den Feuerschein gesehen. Die Feuerwehr löschte den Brand. Auch hier wurde ein daneben parkendes Auto der Marke Ford erheblich beschädigt.

Die Polizei geht von politisch motiverten Taten aus. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Erst am Sonntagabend waren in Kreuzberg fünf Autos angezündet worden. Seit Jahresbeginn sind damit in der Hauptstadt rund 210 Fahrzeuge durch vermutlich politisch motivierte Brandstiftungen beschädigt worden.

Zuvor hatte die Polizeiführung den Besitzern größerer Autos eine Mitschuld bei Anschlägen auf ihre Karossen zugewiesen. Über Luxus-Limousinen, die nachts in den Stadtteilen Friedrichshain oder Kreuzberg angezündet werden, sagte der Leiter des Landeskriminalamtes (LKA), Peter-Michael Haeberer, im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses: „Würde ich meiner Frau einen Brillantring kaufen und sie würde ihn unter einer Laterne liegen lassen, würde ich mich auch wundern.“

Parteien und Gewerkschafter bezeichnen den Vergleich des LKA-Chefs als „unerträgliche Bemerkung“. Bereits im Juni vergangenen Jahres hatte Polizeipräsident Dieter Glietsch Porsche-Besitzern abgeraten, ihr Auto in Kreuzberg nachts auf der Straße zu parken.