Charlottenburger Tor

Stiftung Denkmalschutz kritisiert CDU-Plakat

Der Streit um das riesige Wahlplakat der CDU am Charlottenburger Tor eskaliert. Die Stiftung Denkmalschutz hat jetzt das beauftragte Werbeunternehmen aufgefordert, das Plakat sofort zu entfernen. Sogar eine Abmahnung sei erteilt worden. Damit bekommt eine bislang erfolgreiche Partnerschaft eine Delle.

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Do, 03.09.2009, 19.11 Uhr

Streit um CDU-Riesenplakat

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Im Streit um das CDU-Riesenplakat am Charlottenburger Tor in Berlin hat die Stiftung Denkmalschutz das Werbeunternehmen Megaposter zum unverzüglichen Abbau der Werbeplanen aufgefordert. Eine entsprechende Abmahnung sei am Mittwoch erfolgt, teilte der Stiftungsgeschäftsführer Volker Härtig jetzt mit. Gleichzeitig habe er das Unternehmen aufgefordert, einen "abgestimmten Kompromissvorschlag" vorzulegen. Dadurch sollten Regressforderungen abgewendet und "der Rechtsfrieden wieder hergestellt werden".

Härtig unterstrich, die Parteienwerbung widerspreche einer Auflage im 2007 geschlossenen Vertrag mit dem Bezirk, der die Stiftung zur Rekonstruktion der Kandelaber verpflichtet. Diese Vereinbarung sei von der Stiftung auch dem Werbeunternehmen 2004 in zwei Verträgen und erneut 2007 auferlegt worden. Um die Baukosten von geschätzten 2,7 Millionen Euro zu finanzieren, billigte der Bezirk der Stiftung zu, 36 Monate lang am Baugerüst werben zu dürfen.

Der Geschäftsführer gab gleichzeitig zu bedenken, dass Megaposter ein "langjähriger und großzügiger Werbepartner" und Sponsor der Stiftung sei. Das Unternehmen habe am Brandenburger Tor, am Charlottenburger Tor oder für das Strandbad Wannsee "viele Millionen erwirtschaftet, welche die Stiftung dann in die Rettung und Sanierung von Berliner Denkmalen investieren konnte".

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hatte das nach Unions-Angaben größte Wahlplakat Deutschlands am Dienstag in Berlin präsentiert. Auf einer Gesamtfläche von 1660 Quadratmetern werben 1800 Bürger auf dem Plakat mit ihrem Gesicht für die Christdemokraten. Das Plakat überspannt in 28 Metern Höhe die Straße des 17. Juni. Am Mittwoch forderte das Berliner Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf die Stiftung Denkmalschutz auf, das Plakat wegen des Verstoßes gegen das Verbot von politischer oder religiöser Werbung an Einrichtung des Landes zu entfernen.

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