Mysteriöser Fall

Berlinerin wurde in ihrer Wohnung niedergestochen

Zunächst sah es nach einem Gewaltverbrechen durch einen Unbekannten aus: Ein Mann rief Samstagabend die Polizei, weil seine Lebensgefährtin niedergestochen worden war. Doch die Ermittler halten seine Version des Tathergangs für "dubios".

Die Kriminalpolizei der Direktion 5 muss sich seit Sonnabend mit einem mysteriösen Gewaltverbrechen befassen, bei dem eine junge Frau schwer verletzt wurde. Wie eine Polizeisprecherin am Sonntag mitteilte, hatte ein 24-jähriger Mann am Abend zuvor Polizei und Feuerwehr alarmiert und mitgeteilt, seine gleichaltrige Lebensgefährtin sei von einem Unbekannten an ihrer Wohnungstür niedergestochen worden.

Während der Notarzt die 24-jährige Sonja S. in der Wohnung des Paares am Mehringplatz in Kreuzberg versorgte, schilderte ihr gleichaltriger Lebensgefährte Dahan S. der Polizei den Ablauf der Tat. Danach habe es gegen 21.20 Uhr an der Wohnungstür geklingelt, Sonja S. habe die Tür geöffnet und sei sofort von einer schwarz maskierten Person niedergestochen worden. Anschließend habe der Unbekannte das Haus fluchtartig verlassen.

Ein Ermittler bezeichnete den Vorfall als "dubios" und erklärte, man werde die von Dahan S. gemachten Angaben zum Tatablauf sorgfältig überprüfen. Nachbarn des Paares äußerten sich weniger zurückhaltend zu den Geschehnissen. Mehrere Anwohner bezweifelten die Version des maskierten Unbekannten und erklärten freimütig, sie würden dem Lebensgefährten des Opfers die Tat zutrauen. Dahan S. sei, wie es aus seinem Umfeld hieß, als gewalttätig bekannt. Zwischen ihm und seiner Lebensgefährten habe es schon häufiger lautstarken Streit gegeben. Die Polizei erklärte dazu lediglich, sie werde allen Hinweisen nachgehen. Sonja S. liegt mit einer Stichverletzung im Oberkörper auf der Intensivstation der Charite, Lebensgefahr besteht jedoch nicht.

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