Investitionsprogramm

Finanzspritze soll preußische Schlösser retten

Zum Erhalt der Preußischen Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg stehen in den kommenden zehn Jahren zusätzliche 155 Millionen Euro zur Verfügung. Welche Herrenhäuser in den Genuss der Sanierungsmittel kommen, Morgenpost Online nennt die wichtigsten Projekte.

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Die Preußischen Schlösser und Gärten stehen vor einem gewaltigen Sanierungsschub: Bis 2017 kann die Schlösserstiftung zusätzlich etwa 155 Millionen Euro für die Rettung des historisches Erbes einsetzen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sowie die beiden Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (beide SPD), unterzeichneten in Potsdam ein Sonderinvestitionsprogramm. Der Bund zahlt danach 77,5 Millionen Euro, Berlin 24,5 und Brandenburg 53 Millionen Euro.

Die wichtigsten Projekte: Im Potsdamer Neuen Palais werden die zum Teil einsturzgefährdeten Fußböden und Decken von Grotten- und Marmorsaal aufwendig erneuert. Feuchtigkeit hat dem Schloss schwer zugesetzt. Bis 2017 sollen 25,7 Millionen Euro verbaut werden. Ziel ist, dem Publikum bis 2012 zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen weite Teile des Gebäudes zugänglich zu machen. Entgegen bisherigen Planungen werden jedoch die Kolonnaden und die geplante Gastronomie bis dahin nicht fertig.

Die Außenhülle des Schlosses Charlottenburg wird generalsaniert. Bis 2017 sollen 87,6 Millionen Euro unter anderem in die Erneuerung der Fassaden und Dächer investiert werden.

Komplett instand gesetzt wird bis 2019 für 4,6 Millionen Euro das Schloss Pfaueninsel. Das Fährhaus wird als Besucherempfang umgebaut.

Im Schloss Cecilienhof in Potsdam erneuern die Handwerker das schwer beschädigte Dach und die technischen Anlagen. Kostenpunkt bis 2016: neun Millionen Euro.

Auch Schloss Babelsberg profitiert: Es wird für 38,5 Millionen Euro instand setzt, die Hülle soll bis zum Jahr 2013 saniert sein.

Bei der Vertragsunterzeichnung im Neuen Palais verwies Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) auf die hohe Verantwortung von Bund und Ländern. „Wer den Wiederaufbau des Stadtschlosses und des Humboldt-Forums bejaht, kann nicht zugleich das bestehende kulturelle Erbe verfallen lassen.“ Weil von den Ländern Berlin und Brandenburg „nicht mehr zu holen war“, habe der Bund seinen Anteil von 43 auf 50 Prozent angehoben.

Stiftungschef Hartmut Dorgerloh hatte ursprünglich einen Generalsanierungsplan von rund 727 Millionen Euro auf 25 Jahre vorgelegt. „Als der Stiftungsdirektor den Bedarf mitteilte, habe ich erst mal einen Schreck gekriegt“, sagte der Regierende Bürgermeister Wowereit. „Jetzt ist wenigstens der erste Schritt getan.“ Wie populär die Schlösser sind, zeige die jüngste Schlössernacht, sagte Ministerpräsident Platzeck. Neben dem Sonderinvestitionsprogramm schrieben Bund und Länder die Grundfinanzierung für die nächsten drei Jahre fest. Sie beläuft sich auf rund 32 Millionen Euro.