GSG-9-Einsatz

Mafia wollte Berliner Sparkasse überfallen

Beamte der Polizei-Spezialeinheit GSG 9 stürmten Ende Juli in ein Berliner Wohnhaus. Dort nahmen sie acht Männer aus Italien fest. Nun ist klar, was die Italiener vorhatten: Einen gut durchgeplanten Raubüberfall.

Die Hintergründe für den Einsatz der Beamten der GSG 9 am 31. Juli 2009 in Kreuzberg sind geklärt. Wie Morgenpost Online aus Sicherheitskreisen erfuhr, wollte eine achtköpfige Bande aus Italien ihren bislang größten Coup mit dem Überfall auf eine Bank landen. Doch in einer Blitzaktion überwältigten die Beamten der Spezialeinheit GSG 9 der Bundespolizei die Bandenmitglieder und vereitelten so den Überfall auf die Filiale der Berliner Sparkasse an der Muskauer Straße 48. Wie jetzt bekannt wurde, handelt es sich bei den Tätern um Giovanni Antonio P. (43) Alfio C. (50), Giovanni M. (54), Antonio R. (38), Girolamo C. (71),Maurizio P. (44), Filippo F. (49) und Michele P. (47).

Nach Informationen von Morgenpost Online hatten die offenbar der italienischen Mafia angehörenden Männer im Juli beschlossen, in Deutschland einen Raubüberfall zu begehen. Da fünf Mitglieder der Gruppe ihren Wohnsitz in Berlin hatten, wurde wahrscheinlich die deutsche Hauptstadt als möglicher Tatort ausgewählt. Die Mitglieder der Bande, die bis dato keinen Wohnsitz in Berlin hatten, sind dann Mitte Juli nach Berlin gereist. Sie fanden bei ihren Komplizen in Kreuzberg Unterschlupf. Parallel hatte sich die Bande Fahrzeuge organisiert.

In den folgenden Tagen hatten die Bandenmitglieder abwechselnd nach möglichen Zielen Ausschau gehalten. Die Planung war offenbar abgeschlossen und der Zeitpunkt des Überfalls stand unmittelbar bevor. Erkenntnisse darüber hatten die Ermittler des BKA gesammelt. Sie observierten die Männer seit geraumer Zeit. Daraufhin wurde der Einsatz der GSG 9 angeordnet, da die Mitglieder der Bande als äußerst gewaltbereit eingeschätzt wurden. Die Elitepolizisten, die zur Bekämpfung von Terrorismus und schwerster Gewaltkriminalität eingesetzt werden, stürmten dann am 31. Juli gegen 18.20 Uhr eine Wohnung an der Eisenbahnstraße. Grundlage war ein Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft. Bei der Festnahme der Männer fanden die Beamten schussbereite Waffen und Munition sowie Perücken.

Nach Information von Morgenpost Online belegen Abhörprotokolle von Telefonaten der Bande, dass die Männer ihren Coup mit äußerster Professionalität durchführen wollten.