Neukölln

21 Verletzte beim Zusammenstoß zweier BVG-Busse

Bei einem Zusammenstoß zweier Linienbusse der BVG an der Johannisthaler Chaussee in Neukölln wurden am Dienstagnachmittag 21 Menschen verletzt. Einer der Busfahrer fuhr auf einen stehenden Bus auf und schob ihn in zwei Autos. Wahrscheinlich hatte er sich verschätzt.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Bei einem Zusammenstoß zweier Linienbusse der BVG an der Johannisthaler Chaussee in Neukölln wurden am Dienstagnachmittag 21 Menschen verletzt, drei von ihnen schwer, darunter einer der Busfahrer.

Video: media
Beschreibung anzeigen

Ein lauter Knall, erschrocken drehen sich die wenigen Passanten Dienstagnachmittag an der Johannisthaler Chaussee in Buckow um. Glas splittert, Menschen schreien. Vier Fahrzeuge haben sich an der Kreuzung Johannisthaler Chaussee und Kölner Damm ineinandergeschoben. Was für besonderes Entsetzen sorgt: Zwei gelbe Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind an dem Unfall beteiligt. Augenzeugin Martina Wittig sagte dem RBB: "Ich stand an der Kreuzung, als es plötzlich einen großen Knall gab.“ Insgesamt 21 Verletzte zählt die Polizei später, ein Fahrgast ist schwer verletzt.

Was war geschehen? Der Fahrer eines BVG-Doppeldeckers, der auf der Expressbuslinie X11 eingesetzt war, fuhr auf einen Bus der Metroline M11 auf. Der Gelenkbus vom Typ Solaris hielt dort an einer roten Ampel. Durch die Wucht des Aufpralls wurde er auf zwei ebenfalls an der Ampel wartende Autos geschoben.

Nur ein Busfahrer musste im Krankenhaus bleiben

Um 14.38 Uhr ging der erste Hilferuf bei der Feuerwehr ein. Sofort wurden mehrere Fahrzeuge darunter Notarzt- und Rettungswagen zur Unfallstelle geschickt. Insgesamt waren schließlich elf Rettungswagen, drei Notarztfahrzeuge sowie vier Löschfahrzeuge mit mehr als 50 Einsatzkräften am Unfallort. Noch im Bus wurden die verletzten Fahrgäste versorgt.

Die beiden beteiligten Pkw, ein Opel Kombi und ein Mazda, die vor dem Gelenkbus an der roten Ampel gewartet hatten, wurden durch die Wucht des Aufpralls auf die Kreuzung katapultiert. Dadurch erlitt der 39 Jahre alte Fahrer des Opel leichte Verletzungen. Die Mazda-Fahrerin, ebenfalls 39, leichte Blessuren.

Viele Insassen der beiden Busse hatten durch den plötzlichen und heftigen Ruck ein Schleudertrauma und Prellungen erlitten. Rettungskräfte stützten die verletzten Fahrgäste und brachten sie aus dem Bus zu einem der Rettungswagen. Einem Großteil der Fahrgäste wurde von den Rettungskräften bereits im Bus eine Halskrause angelegt. Die Leichtverletzten im Alter von 16 bis 72 Jahren wurden vorsorglich zur Beobachtung in die umliegenden Krankenhäuser gefahren. Am späteren Dienstagabend befand sich lediglich der schwer verletzte M-11-Busfahrer noch im Krankenhaus. Alle sieben Verletzten, die das Krankenhaus Neukölln aufgenommen hatte, seien schon am Abend wieder entlassen worden, sagte ein leitender Arzt. „Sie hatten typische Verletzungen: Schleudertraumata, Prellungen, Quetschungen“.

Die Unfallkreuzung war bis 16.25 Uhr weiträumig abgesperrt, es kam zu Staus

Busfahrer unterschätzte wohl Distanz

Nach ersten Untersuchungen könnte eine Unaufmerksamkeit des Busfahrers des X-11-Doppeldeckers die Ursache für den Unfall gewesen sein. Der Fahrer hat seinen Bus zwar abgebremst, gleichzeitig aber in den Seitenspiegel geschaut. Weil er dabei offenbar die Distanz zu dem vor ihm haltenden Bus unterschätzte, konnte er den tonnenschweren Doppeldecker nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen, heißt es vonseiten der BVG. Dennoch sei der Unfall vergleichsweise glimpflich verlaufen, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz. Die Verletzungen seien überwiegend leicht. Müsse ein Busfahrer eine Gefahrenbremsung einleiten, könne es schnell auch zu Knochenbrüchen kommen.

Grundsätzlich müssen sich Fahrgäste in innerstädtischen Linienbussen nicht anschallen. Es gibt in den Bussen daher auch keine Sicherheitsgurte. „Das ist in keinem europäischen Land anders“, sagte Reetz. Busfahren in Berlin sei sehr sicher, sagt die BVG-Sprecherin. Es gebe nur sehr selten Unfälle, die von Busfahrern verursacht würden. Die meisten passierten zudem bei Überführungsfahrten in die Betriebshöfe, die stets ohne Fahrgäste erfolgten.