Nachnutzung

Tempelhof-Anwohner leiden jetzt unter Party-Lärm

Der Schließung des Flughafen Tempelhof gibt es dort Dauerärger um Parkplätze, Staus und Lärmschutz. Denn Tempelhof ist jetzt Veranstaltungsort. Auch am Wochenende wird es wieder laut - beim "Berlin-Festival". Von Freitag bis Sonntag werden 30 Bands und 50 DJs erwartet. Auch Skandalrocker Pete Doherty soll aufreten.

Seit der stillgelegte Flughafen Tempelhof als Event- und Messestandort genutzt wird, kommt es immer wieder zu Beschwerden von Anwohnern. Zugeparkte Wohnstraßen wie bei der Pyromusikale, Stau bei der Modemesse Bread & Butter oder Lärmbelästigung sind der Anlass. Das Kompetenz-Wirrwarr bei den Genehmigungsbehörden des Senats und auf Bezirksebene verstärkt noch den Unmut der Anwohner. So war im Vorfeld der Pyromusikale lange unklar, wie man mit Verkehrsbehinderungen, Lärmschutz und Sicherheitsauflagen umgehen würde. Auch am Wochenende wird es wieder laut: Beim "Berlin-Festival" treten Musiker wie The Thermals, Jarvis Cocker und der britische Skandalrocker Pete Doherty auf. Insgesamt sorgen 30 Bands und 50 DJs von Freitag 16 Uhr bis Sonntagmittag für rockige Klänge.

Der zuständige Stadtrat, Oliver Schworck (SPD), zeigte sich am Dienstag von der Veranstaltung überrascht. Von dem Festival habe er bislang gar nichts gewusst. Dass bis morgens um 7 Uhr Musik auf dem Flugfeld ertönen soll, erzürnt den Stadtrat. Er hat zudem noch das "Verkehrsdesaster" im Juli anlässlich der Pyromusikale in schlechter Erinnerung. Schworck ging am Dienstag noch davon aus, dass wie bei dem Musikfeuerwerk Konzerte nur bis 23 Uhr zulässig seien.

Nun erteilte die Senatsumweltverwaltung die Ausnahmegenehmigung nach Landesemissionsschutzgesetz. Diese gilt für Musik unter freiem Himmel bis 24 Uhr. 55 Dezibel dürfen in der nächsten Wohngegend bei geöffnetem Fenster nicht überschritten werden. Schworck spricht von einem "Tohuwabohu" bei den Zuständigkeiten, das auch für die Veranstalter hinderlich sei.

Um die Vorbereitung von Großveranstaltungen unter Berücksichtigung des Anwohner- und des Denkmalschutzes künftig zu verbessern, wird nun ein Runder Tisch einberufen. "Senat, Bezirk, die Adlershof-Manager, Denkmalschützer und die Berliner Immobilienmanagement GmbH setzen sich zusammen, um einen Leitfaden zu erarbeiten", sagte der Bezirksstadtrat. Auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat erkannt, dass für den neuen Event- und Messestandort Flughafen ein Verkehrskonzept erstellt werden muss. Dieses wurde jetzt in Auftrag gegeben und soll im Frühjahr nächsten Jahres vorliegen

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