Bewährungsstrafe

26-jähriger Berliner provozierte Autounfälle

Der Mann war vor allem in Kreuzberg und Neukölln mit seinem Auto unterwegs. In nur drei Jahren krachte es bei ihm zehn Mal. Doch jeder Unfall war von ihm provoziert worden. Mit Hilfe einer Nachbarin kassierte er für die Schäden mehrere Tausend Euro von den Versicherungen. Vor dem Landgericht Berlin kam er dafür mit einer relativ milden Strafe davon.

Nach einer Serie absichtlicher Autounfälle ist ein inzwischen 26-jähriger Angeklagter am Montag zu einem Jahr und zehn Monaten Haft mit Bewährung verurteilt worden. Im Prozess vor dem Berliner Landgericht hat der Mann gestanden, in den Jahren 2002 bis 2005 zehn Unfälle zumeist in den Bezirken Kreuzberg und Neukölln provoziert zu haben. Anschließend hatte er sich über eine Nachbarin, die ein Büro für Unfallgutachten führte, falsche Bescheinigungen über die Sachschäden ausstellen lassen. Versicherungen zahlten daraufhin mehrere Tausend Euro, die dem Angeklagten nicht zustanden.

Jeder Autofahrer könne froh sein, dass er dem Angeklagten damals „nicht vor die Flinte fuhr“, urteilte der Jugendrichter. Spontan habe er beschlossen, Unfälle zu verursachen, ohne sich darum zu scheren, wie es den Geschädigten erging. Der Angeklagte habe offenbar unter dem Einfluss der Gutachterin gehandelt, die durch ihre Schadensfeststellungen profitierte. Die Frau wartet noch auf ihren Prozess.

Der Mann muss auch 400 Euro Geldbuße zahlen. Eigenen Angaben nach hatte der angelernte Elektriker vor, sich mit den gezahlten Geldern selbstständig zu machen. Die Staatsanwältin vermutete aber, er habe ein luxuriöses Leben führen wollen. Der Angeklagte bedauerte sein Fehlverhalten. Er sei inzwischen ein völlig anderer Mensch geworden. Vor drei Jahren wurde ihm der Führerschein rechtskräftig entzogen.

Weil die Taten lange zurückliegen, durch das Geständnis ein langer Prozess erspart wurde und die Prognose günstig ist, kam der Mann mit Bewährung davon.