Inglourious Basterds

Babelsberg benennt Straße nach Quentin Tarantino

Einen Tag vor der Deutschlandpremiere seines Films "Inglourious Basterds" hat Studio Babelsberg den Kultregisseur mit einer eigenen Straße geehrt. Große Teile des Film entstanden in Potsdam. Zu der Premiere am Dienstag wird auch Brad Pitt erwartet. Bis dahin feiert sich die Film-Crew durch Berlin.

Montag Vormittag im „Café Einstein“ an der Kurfürstenstraße. Am Tag vor der Premiere seines Films „Inglourious Basterds“ trifft sich Quentin Tarantino mit seiner Filmfamilie. Assistenten arrangieren letzte Gespräche zum Film, während vor dem Eingangstor einige wenige Fans auf Autogramme von Christoph Waltz hoffen.

Auch Diane Kruger erscheint, sie trägt einen blauen Rock und ein gelbes Oberteil. Professionell unterschreibt sie eine mit ihrem Konterfei bedruckte Karte. Zerbrechlich wirkt Diane Kruger, aber überhaupt nicht müde. Die US-amerikanische Schauspielerin stattete auch noch dem Geschäft „The Corner“ am Gendarmenmarkt in Mitte einen Besuch ab. Was erstaunlich ist nach der Partynacht, die Tarantino und sein Team hinter sich hatten.

Nach einem sogenannten Crew-Screening im Kino Delphi (dort wurde der Film gezeigt) waren der Regisseur, Schauspieler und enge Mitarbeiter in der Nacht zu Montag mit Limousinen zum „Tarantino’s“ an der Brunnenstraße 163 in Mitte gebracht worden. Die nach ihm benannte Bar, die mit Filmplakaten („Death Proof“, „Kill Bill“) und weiteren Tarantino-Devotionalien dekoriert ist, hat sich neben Etablissements wie der „Ankerklause“ und der „Haifischbar“ zu Tarantinos Berliner Lieblingskneipe entwickelt.

Während bei nächtlicher Straßenbeleuchtung der rot-gelbe Schriftzug über der Bar flackerte, hatte man für die Filmcrew sogar einen kleinen roten Teppich ausgerollt. Vier Bodyguards standen am Eingang. Diane Kruger erschien ganz unprätentiös in einem einfachen Sommerkleid und Strickjacke, auf dem Kopf trug sie immer noch einen hellen Sommerhut, den sie bereits bei ihrer Ankunft am Flughafen Tegel aufgesetzt hatte. Wie es sich für Tarantino gehört, wurde es spät. Umso erstaunlicher, dass auch der Regisseur im Kaffeehaus an der Kurfürstenstraße topfit wirkte.

Seine Mittagspause verbrachte Tarantino, der gebürtig aus Knoxville (Tennessee) stammt, mit einem deutschen Kollegen: dem Regisseur Tom Tykwer. Kellner hatten für die beiden ein schattiges Plätzchen im Garten des „Café Einstein“ unter der ausgekurbelten Markise reserviert. Thema des Lunchtermins war – natürlich – das Filmemachen. Tarantino hatte 1994 den internationalen Durchbruch als Regisseur mit „Pulp Fiction“ geschafft. Nach dem Mittagessen sagte Tykwer über Tarantinos Kriegsdrama, „Inglourious Basterds“ sei ein Werk, das auch noch in zehn Jahren in Filmsammlungen stehen werde. Auch bei den Studios Babelsberg, wo große Teile des Films entstanden, scheint man das so zu sehen: Am Abend wurde auf dem Gelände eine Straße nach Quentin Tarantino benannt. „Es ist eine große Ehre für mich“, sagte der US-Regisseur, der bei der Enthüllung dabei war. Koproduzent und Studio Babelsberg-Vorstand, Christoph Fisser, sagte: „Tarantino ist die erste lebende Person, die hier eine Straße bekommt.“

„Es war unglaublich aufregend“, sagte Tarantino, „in den Babelsberger Studios zu arbeiten. Der Ort hat mich magisch mitgenommen. Die Studios und die Außenkulisse waren fantastisch. Ich bin ein Filmexperte, aber auch ein Filmschüler. Es war großartig, in einem Filmstudio zu arbeiten, in dem all die Klassiker aus den 20er-Jahren gedreht wurden. Eine Epoche, die ich als einen der Höhepunkte der Kinogeschichte betrachte.“ Anlässlich der Premiere von „Inglourious Basterds“ am Dienstag im Theater am Potsdamer Platz wird Regisseur Tarantino ab 18.30 Uhr mit seinen Darstellern, darunter auch Brad Pitt, über den roten Teppich laufen.