Umweltschutz

Verbot für Schlachtensee ärgert Taucher

Das Wasser ist klar, der See beliebt – und doch ist das Tauchen im Schlachtensee verboten. Das stellt jetzt der Bezirk Steglitz-Zehlendorf klar. Doch nicht nur dort ist diese Nutzung des Gewässers untersagt – sondern überall in Berlin. Es sei denn, die Senatsumweltverwaltung hat eine Ausnahme genehmigt.

Das Umweltamt des Bezirks Steglitz-Zehlendorf hat für den Schlachtensee und die Krumme Lanke ein Tauchverbot erlassen. Zum Ärger von Tauchsportlern, die das relativ klare Wasser und die rund zehn Meter Wassertiefe im Schlachtensee regelmäßig für Tauchgänge nutzten. Hintergrund des Verbots ist der Tauchtourismus, der entstand, nachdem ein 1,70 Meter großer Wels aus dem Schlachtensee in den Medien für Furore sorgte.

Sportstadtrat Norbert Schmidt (CDU), der die zuständige Umweltstadträtin Anke Otto (Grüne) während ihres Urlaubs vertritt, sagte, dass es in den beiden Seen noch nie erlaubt war zu tauchen. Mit der Verfügung und Veröffentlichung im Amtsblatt sei dies nun klargestellt worden. Gleichzeitig räumte er aber auch ein, dass "man das Thema sensibler hätte kommunizieren müssen". Schließlich würden dort unter Wasser Sportvereine auch ausbilden. "Und wenn es darum geht, den Unrat aus dem Wasser zu holen, sind Taucher ja auch gern gesehen", sagt Schmidt.

Brandenburg erlaubt Tauchen in Seen

Während Baden-Württemberg, Bayern und seit kurzem auch Brandenburg das Tauchen mit Atemgerät neben dem Baden in den Katalog zum "Gemeingebrauch" von Seen aufgenommen haben, ist es in Berlin nach wie vor verboten. "Wer tauchen will, muss einen Antrag stellen. Jeder Einzelfall muss beantragt werden", bestätigt die Sprecherin der Senatsumweltverwaltung, Regina Kneiding. Für fließende Gewässer muss der Antrag bei der Senatsumweltverwaltung gestellt werden, für stehende Gewässer beim Umweltamt des Bezirks. Zum Schutz der Gewässer und des ökologischen Gleichgewichts soll Tauchen in Berliner Gewässern die Ausnahme bleiben, betonte die Sprecherin. So seien auch Scheinwerfer für Sport- und Freizeittaucher nicht erlaubt.

Rechtsanwalt Leif Hermann Kroll, selbst ambitionierter Hobbytaucher, hat inzwischen Widerspruch beim Bezirk eingelegt und beim Verwaltungsgericht beantragt, dass bis zur Entscheidung des Widerspruchs weitergetaucht werden darf. Wie viele andere Taucher habe auch er gar nicht gewusst, dass das Tauchen in Berlin generell verboten ist.

Auch René Kremers, Geschäftsführer des Tauchladens Tiefenrausch, hofft auf eine Genehmigung. Er fragt sich zudem, warum der Bezirk etwas verbietet – sogar per Veröffentlichung im Amtsblatt –, was ohnehin schon verboten ist. Erklären kann er sich den Vorfall nur damit, dass es Ärger zwischen Anglern und Tauchern gegeben habe. Der Streit sei leider nicht beigelegt worden, so dass das Fischereiamt sich beim Umweltamt über einzelne Taucher beschwert habe.