Großeinsatz

Berliner Polizei geht gegen Wohnungseinbrecher vor

8228 Wohnungseinbrüche hat die Polizei im vergangenen Jahr stadtweit registriert. Zu 2007 war das ein Plus von 20 Prozent. Jetzt hat die Berliner Polizei bei einem mehrtägigen Schwerpunkteinsatz in Gesundbrunnen zahlreiche Tatverdächtige festgenommen und Diebesgut sichergestellt.

Acht Menschen festgenommen und gegen weitere 18 Ermittlungsverfahren eingeleitet, reichlich Diebesgut sichergestellt, mehr als 100 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeit gestellt und knapp 600 Personen und Fahrzeuge überprüft – so lautet die Bilanz eines mehrtägigen Schwerpunkteinsatzes zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen in Gesundbrunnen. Vom 15. bis zum 24. Juli waren etwa 100 Beamte des Abschnitts 36 und der Direktion 3 in dem Stadtteil unterwegs: uniformierte Kräfte, Zivilfahnder, Einheiten der Direktionshundertschaft, Kripo-Beamte und Präventionsexperten.

8228 Wohnungseinbrüche hat die Polizei im vergangenen Jahr stadtweit registriert. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg von fast 20 Prozent. Die Anzahl dieser Delikte bewegt sich in der Hauptstadt seit Jahren auf hohem Niveau. Grund genug für die Polizei, mit gezielten Aktionen gegenzusteuern. Deren Erfolge sind unbestritten. Aber sie fordern, so wie der jetzige Einsatz in Gesundbrunnen, einen hohen Aufwand.

Gesundbrunnen - einer der Brennpunkte der Eigentumskriminalität

Ein Großaufgebot an uniformierten Kräften war vornehmlich dort unterwegs, wo in jüngster Vergangenheit Häufungen bei Einbruchdelikten verzeichnet wurden. Gesundbrunnen ist einer der Brennpunkte der Eigentumskriminalität. Zivilfahnder beobachteten bekannte Umschlagplätze für Diebesgut im Kiez, dazu gab es im großen Stil Kontrollen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.

In der Brunnenstraße nahmen Beamte einen Wohnungseinbrecher auf frischer Tat fest, nachdem sie von einem Hausbewohner alarmiert worden waren. Der Täter hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass die Beamten so schnell am Tatort eintreffen würden – das lag am Schwerpunkteinsatz. Unangenehm überrascht wurden auch zwei 18 und 16 Jahre alte Männer, als sie an der Ackerstraße in eine Kontrolle gerieten. Die Überprüfung ihrer Personalien ergab, dass beide schon als Einbrecher bekannt waren und ihre hochwertigen Fahrräder, mit denen sie unterwegs waren, aus einem Einbruch stammten.

Die Handschellen klickten außerdem bei einem 38-Jährigen, der schon länger mit Haftbefehl gesucht wurde, sowie bei zwei Jugendlichen, die im Verdacht stehen, bei Einbrüchen Schmiere gestanden zu haben. Und an der Voltastraße gingen den Einsatzkräften nebenbei noch zwei 17-Jährige ins Netz, die sich zwar nicht an einer Wohnungstür, dafür aber an einem geparkten Mercedes zu schaffen gemacht hatten. Zusätzlich zu den Festnahmen leitete die Polizei noch in 18 weiteren Fällen Ermittlungsverfahren wegen Einbruchdiebstahls und Hehlerei ein. Quasi nebenher fielen für die Beamten bei den flächendeckenden Kontrollen auch noch mehr als 100 Verfahren wegen Verkehrsdelikten ab.

Ergänzt wurde der Großeinsatz durch eine umfassende Aufklärungskampagne des Abschnitts 36, bei der zahlreiche Gespräche geführt und 2100 Info-Broschüren verteilt wurden. Ein beteiligter Beamter fand bei dem erfolgreichen Einsatz nur einen Wermutstropfen: „Leider fehlt uns das Personal, um so etwas regelmäßig durchführen zu können.“