Farb-Attacke

Geisterfahrer beim Obama-Besuch steht vor Gericht

| Lesedauer: 2 Minuten

Einen Tag vor dem Auftritt des damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama im Juli 2008 hatte ein Autofahrer die Absperrungen an der Siegessäule durchbrochen und dort literweise Farbe verschüttet. Jetzt beginnt der Prozess gegen den Baden-Württemberger.

Einen Tag vor dem Berlin-Besuch des damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama im Juli 2008 hatte ein Autofahrer mit seinem Wagen die Absperrungen an der Siegessäule durchbrochen und einen Eimer mit roter Farbe ausgekippt. Der jetzt 41-Jährige aus Hemsbach in Baden-Württemberg muss sich von Dienstag an vor dem Berliner Landgericht verantworten. Nach der spektakulären Aktion am 23. Juli vergangenen Jahres soll der Mann bei seiner Flucht auf Sicherheitskräfte zugerast sein, die sich nur durch Sprünge zur Seite retten konnten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem offenbar psychisch gestörten Mann versuchte gefährliche Körperverletzung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall in Tiergarten niemand.

Der offenbar durch seine Arbeitslosigkeit frustrierte Mann aus dem kleinen Ort Hemsbach bei Heidelberg war nachmittags kurz vor 16 Uhr mit seinem schwarzen Daihatsu über die Hofjägerallee bis zu dem großen Kreisverkehr vorgedrungen. Dort in der Nähe stand die hermetisch abgeschirmte Bühne, wo der damalige Präsidentschaftskandidat am nächsten Tag seine Rede halten sollte. Sicherheitskräfte hatten zunächst vergeblich auf der Hofjägerallee versucht, mit Eisenstangen auf das Auto einzuschlagen, um den Mann zu stoppen. Dies gelang erst unterhalb der Siegessäule.

Er wurde von Einsatzkräften überwältigt und der Polizei übergeben. Da Polizeibeamte in dem Kleinwagen verdächtige Gegenstände gesichtet hatten, mussten Bombenexperten der Kriminaltechnik das Auto untersuchen, bevor schließlich Entwarnung gegeben werden konnte. Der Angeklagte soll nach Berlin gereist sein, um mit der Aktion auf seine Arbeitslosigkeit aufmerksam zu machen. Er wurde zunächst in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Barack Obama hatte sich mit einer mitreißenden Rede an der Siegessäule vor mehr als 100.000 Menschen präsentiert. Damals war dem demokratischen Bewerber, der im Hotel "Adlon" residierte und von 1000 deutschen Polizisten und Kräften des Secret Service bewacht wurde, ein gewünschter Auftritt am Brandenburger Tor verwehrt worden.

( pol )