Statistik

Die Berliner sind zu dick

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Joachim Fahrun

Fast jeder zweite Berliner hat nach Angaben des Landesstatistikamtes Übergewicht. Im Bundesdurchschnitt kommen die Hauptstädter dennoch vergleichsweise schlank daher.

Der Sommer bringt es ans Sonnenlicht: Hüftgold, Mollenfriedhöfe, Fleischwülste an nackten Armen und Beinen. Die Deutschen sind zu dick, das lässt sich bei über 30 Grad schlecht verbergen. Auch in der jung-dynamischen Hauptstadt Berlin liegt fast jeder Zweite über der Grenze, die nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO Übergewicht anzeigt: 45,9 Prozent der mehr als zwei Millionen Menschen, für die im Mikrozensus Angaben zu Körpergröße und Körpergewicht vorliegen, haben einen Body-Mass-Index von über 25.

Dieser Index wird errechnet, indem man das Körpergewicht (in Kilogramm) durch das Quadrat der Körpergröße (in Metern) teilt.

Dabei sind Berlins Männer gewichtiger als die Frauen. 54,1 Prozent liegen über der Dicken-Grenze. Die Frauen achten dagegen etwas besser auf sich: Nur 38,3 Prozent sind zu dick. Und anscheinend bekochen sie nach wie vor die Männer: Laut Landesamt für Statistik neigen verheiratete oder verwitwete Männer eher zu Übergewicht als Ledige.

Dabei sind die Berliner nicht einmal die dicksten: Im Bundesvergleich sie vergleichsweise dünn ab. Der Normal-Berliner, ob männlich oder weiblich, ist 1,72 Meter groß und wiegt dabei 74,2 Kilo. Der durchschnittliche Body-Mass-Index liegt in Berlin bei 25,2. Nur die Hamburger (25) sind schlanker als wir. Offenbar sorgt das schnelle Leben in der Metropole für gesunden Stoffwechsel. Oder der Stress zehrt an den Menschen in der Großstadt stärker als auf dem Land.

Denn schon jenseits der Stadtgrenzen schwellen die Bäuche und wachsen die Speckrollen. Der durchschnittliche Brandenburger wiegt bei fast gleicher Körpergröße 2,4 Kilo mehr und schafft den Index 26,2. In der Mark stellen die Übergewichtigen mit 56,1 Prozent die absolute Mehrheit.

Dicker als die Brandenburger sind nur noch die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit einem durchschnittlichen Body-Mass-Index von 26,4. Rund um Magdeburg leben die schwersten Deutschen: Jeder Sachsen-Anhaltiner bringt im Durchschnitt 77 Kilogramm auf die Waage.

Auch insgesamt gesehen haben die deutschen Körper in den vergangenen Jahren an Spannkraft verloren, allen Fitnesswellen und Diätmoden zum Trotz. 1999 galten nach heutigen Maßstäben 45 Prozent der Bundesbürger als übergewichtig, wie das Statistische Bundesamt festgestellt hat. Heute ist der Anteil der Dicken auf 47,8 Prozent gestiegen.