Schadenersatzforderungen

Prozess um Tierheim-Skandal endet mit Vergleich

| Lesedauer: 2 Minuten

Finanzielle Unregelmäßigkeiten - so lauteten die Vorwürfe gegen den früheren Geschäftsführer des Berliner Tierheims. Nun endet das gerichtliche Verfahren mit einer Schadenersatzzahlung von 75.000 Euro plus Zinsen. Doch für den Ex-Chef ist die Sache damit noch nicht erledigt.

Im Skandal um finanzielle Unregelmäßigkeiten im Berliner Tierheim im Berliner Ortsteil Falkenberg zahlt der frühere Leiter Volker Wenk 75.000 Euro plus Zinsen an den Berliner Tierschutzbund. Mit diesem Vergleich sei der Zivilprozess am Berliner Landgericht beendet, sagte eine Gerichtssprecherin. Der Beklagte zahle zwar die Summe, bleibe aber bei seinem Standpunkt. Wenk und seine Frau Carola Ruff hatten über ihre Anwälte die Vorwürfe wie Veruntreuung, Zahlung überhöhter Gehälter, Spendenmissbauch und Urkundenfälschung zurückgewiesen.

In dem Zivilfahren hatte das Tierheim zunächst knapp 200.000 Euro von dem Ex-Geschäftsführer als Schadenersatz gefordert. Im September des Vorjahres hatte bei einer mündlichen Verhandlung der Vorsitzende Richter erklärt, es sei unstrittig, dass „Herr Wenk in bestimmtem Umfang Vereins- und Privatkasse nicht strikt voneinander getrennt hat“. Die Unregelmäßigkeiten waren im November 2004 bekannt geworden und hatten für Aufsehen gesorgt.

Ein von Richter Martin Hülsböhmer vorgeschlagener Vergleich war zunächst gescheitert. Das Tierheim hatte die vorgeschlagene Zahlung von 50.000 Euro als zu gering abgelehnt. Hülsböhmer hatte vor einem langen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang gewarnt. Nun einigten sich die Parteien in einem schriftlichen Verfahren.

Der Prozess hätte sonst noch Jahre gedauert, sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel. Wenk habe bereits zu einem früheren Zeitpunkt 60.000 Euro an das Tierheim gezahlt, nun komme noch die Vergleichssumme hinzu. Er hoffe jetzt auf einen baldigen Strafprozess und ein hartes Urteil, sagte Apel, der auch Vorsitzender des Berliner Tierschutzvereins ist.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Wenk, seine Frau sowie weitere Ex-Tierheim-Mitarbeiter wegen Untreue waren bereits Mitte 2006 abgeschlossen worden. Die Anklage sei inzwischen zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet, sagte Gerichtssprecherin Petra Carl. Ein Prozesstermin stehe aber noch nicht fest. Zu der langen Wartezeit hieß es wiederholt, das Landgericht habe Verfahren vorziehen müssen, in denen Angeklagte in Untersuchungshaft sitzen.

Der Berliner Tierschutzverein betreibt in Hohenschönhausen das riesige Tierheim. Pro Jahr werden hier mehr als 12.000 Tiere betreut. Der Unterhalt und die medizinische Betreuung kosten pro Tag mehr als 10.000 Euro. Die Gelder für den Tierheim-Unterhalt kommen überwiegend aus Spenden, Erbschaften und Vermächtnissen. Durch die Wirtschaftskrise beklagen die Tierschützer jetzt einen Einbruch bei den Spenden. (Internet: www.tierschutz-berlin.de )

( dpa/sei )