Wasserqualität

Berlins Badeseen erhalten hervorragende Noten

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Silvia von der Weiden

Foto: Sven Lambert

Ein Sprung ins kühle Nass - in den Berliner Freibädern und Seen ist das ohne Bedenken möglich. Das ergaben Überprüfungen der Wasserqualität. Morgenpost Online nennt Ihnen die jüngsten Ergebnisse. Doch können sich die Werte an heißen Tagen stündlich ändern.

Rund 2000 gemeldete Badegewässer gibt es in Deutschland, darunter sind viele natürliche Seen, Ex-Kiesgruben und Stauseen. An ausgewiesenen Badegewässern wird die Wasserqualität regelmäßig überwacht. Dafür sind die Gesundheitsämter zuständig.

Sie melden die Ergebnisse der Untersuchungen, die in vierzehntägigem Abstand durchgeführt werden, an das Umweltbundesamt. Das leitet sie an das Umweltministerium und die Europäische Kommission weiter. Außerdem stellen die meisten Bundesländer aktuelle Daten zur Wasserqualität im Internet zur Verfügung. „Die EU-Badegewässerrichtlinie legt fest, dass bei empfohlenen Badegewässern mindestens 95 Prozent der untersuchten mikrobiologischen Proben unter den festgelegten Grenzwerten liegen müssen. Die Einhaltung wird regelmäßig überwacht“, erläutert Claudia Wiedner vom am Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes erfüllen über 90 Prozent der gemeldeten Gewässer die strengen EU-Richtlinien. Dennoch sollte niemand blind darauf vertrauen, denn die Wasserqualität kann sich an heißen Tagen stündlich ändern. „Keinesfalls baden sollte man, wenn man knietief im Wasser steht und die eigenen Füße nicht mehr sehen kann“, sagte IGB-Expertin Claudia Wiedner. Cyanobakterien oder Blaualgen können sich bei hohen Temperaturen in nährstoffreichen Seen massenhaft vermehren. Oft warnt schon ein unangenehmer Geruch nach zersetztem Eiweiß vor einer Algenblüte. „Das Auftreten von Blaualgen kann unterschiedlich sein. Einige Algenarten schweben fein verteilt als kaum sichtbare Einzelzellen im Wasser, das dadurch grün und sehr trüb erscheint. Andere Blaualgen bilden Flocken oder büschelartige Zusammenballungen, die je nach Witterung wie Schaum auf der Oberfläche zum Ufer treiben, das Wasser bleibt in der Regel klar“, sagt Wiedner.

Darunter gibt es auch Arten, die giftige Substanzen produzieren und ins Wasser abgeben. Bei empfindlichen Personen kann es dann zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen kommen. Wenn Kinder beim Baden größere Mengen verunreinigtes Wasser verschluckt haben, können auch Magenprobleme und Durchfälle auftreten. „Wie bei allen Naturstoffen ist die Giftigkeit aber eine Frage der Dosis“, ergänzt die Wissenschaftlerin. Nur wenn viele Cyanobakterien auftreten, kann die Konzentration des Giftes so hoch werden, dass eine Gefahr besonders für Kinder besteht.

Einladend sind die warmen Wassertemperaturen auch für Cylindrospermopsis raceborskii. Hinter dem exotisch klingenden Namen verbirgt sich eine Blaualgenart, die aus den Tropen eingewandert und bis in die Seen Norddeutschlands vorgedrungen ist. Unbekannte Blaualgentoxine hatten die IGB-Forscher auf die Spur des Neuankömmlings geführt. „Wir rechnen mit weit reichenden Veränderungen der planktischen Lebensgemeinschaften unserer Gewässer durch tropische Arten. Unsere Forschungsergebnisse weisen auf weitere, bisher nicht identifizierte Produzenten hin“, sagt Wiedner.

Pilzsporen überleben extrem lange

Ein anderer unerwünschter Begleiter von Badefreuden: Mit Fußpilzen stecken sich die Menschen besonders schnell in Schwimmbädern an und das trotz Chlorierung. Letztere vernichtet zwar viele Keime, doch „Pilzsporen sind extrem widerstandfähig. Im lauen Wasser können sie Jahre überleben. Deshalb kann man sich beim Schwimmen auch besonders schnell mit Fußpilz anstecken.

Zudem lässt das Wasser die Haut aufquellen und deshalb kann sie sich nicht mehr ausreichend gegen die Krankheitserreger schützen“, erläutert Hans-Jürgen Tietz, Leiter des Instituts für Pilzkrankheiten am Universitätsklinikum Charité in Berlin. Tietz empfiehlt in Schwimmbädern außerhalb des Beckens Badesandalen zu tragen, vor allem beim Duschen. „Dort und in der Nähe der Desinfektions-Fußduschen finden sich besonders viel Pilzsporen“, so der Hautexperte. Wichtig sei es deshalb, die Füße nach dem Baden zwischen den Zehen sorgfältig abzutrocknen. So würde es den Pilzsporen erschwert, sich anzusiedeln.