Landgericht Berlin

Prozess um versuchte Tötung der Ehefrau begonnen

Erst sprühte er dem neuen Freund seiner Ex-Frau Reizgas ins Gesicht, dann stach er auf sie ein. Diesen Tatverlauf wirft die Staatsanwaltschaft einem 41-jährigen Türken vor. Er muss sich vor dem Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten.

Wegen versuchten Totschlags muss sich seit Dienstag ein 41-jähriger Türke vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der angelernte Elektriker ist angeklagt, im Februar dieses Jahres seine getrennt lebende Ehefrau in Kreuzberg auf der Straße niedergestochen zu haben. Zuvor soll er dem Begleiter seiner Frau, den er für einen Rivalen hielt, Reizgas ins Gesicht gesprüht und einen Stich in den Rücken versetzt zu haben.

Während der Mann nur eine oberflächliche Stichwunde erlitt, musste die Frau mit einem lebensgefährlichen Bauchstich ins Krankenhaus gebracht werden. Ihr Leben konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Im Prozess hat sich der Türke auf Gedächtnislücken berufen. An die Messerstiche kann er sich eigenen Angaben nach nicht erinnern.

Er gab an, den beiden zufällig begegnet zu sein, als er nachts „hin und her lief“. Seit ihn seine Frau im Januar mit den Kindern allein gelassen habe, habe er nachts nicht mehr schlafen können, sagte er. Vor Gericht gab er zu, beim Anblick des Paares, das „Arm in Arm ging“, eifersüchtig gewesen zu sein. Er sei von hinten auf den Mann zugegangen und habe ihn mit Reizgas besprüht. Seine Ehefrau sei dann schreiend über die Straße geflüchtet, er sei ihr gefolgt. Er habe sie „gepackt“ und „runtergezogen“. „Dann war alles so schwarz auf einmal“, sagte der 41-Jährige und betonte: „Nüchtern hätte ich so was nicht gemacht“. Seinen Angaben nach hatte er an dem Abend „sehr viel getrunken“.

Der Prozess wird am 7. Juli fortgesetzt.