Bremen vorn

Berlin büßt Titel "Internethauptstadt" ein

Berlin musste seinen langjährigen Titel als Internet-Hauptstadt abgegeben. Nach einer repräsentativen Umfrage für den "(N)Onliner-Atlas" wird in Bremen inzwischen mehr gesurft als an der Spree, teilte die Initiative D21 mit. Befragt wurden knapp 31.000 Bundesbürger.

In Berlin nutzen nach der Telefonumfrage unter 30.700 Bundesbürgern rund 73 Prozent der Einwohner das Internet. In Bremen kletterte die Nutzer-Rate erstmals auf 74,2 Prozent. Das ist der höchste Wert unter allen Bundesländern. Schlusslicht war Sachsen-Anhalt mit 60,7 Prozent.

Drei Prozent der Berliner wollen sich nach der Umfrage der Initiative D21 bald einen Internet-Anschluss legen lassen, rund 23 Prozent bleiben weiter "offline", heißt es im (N)Onliner-Atlas. Bundesweit nutzen zur Zeit fast 70 Prozent der Deutschen das Netz, Männer mit 76 Prozent häufiger als Frauen (62 Prozent).

Beim "Surfen" zeigt sich bundesweit noch immer eine starke Abhängigkeit vom Lebensalter. Bis zum 40. Lebensjahr nutzen bis zu 95 Prozent der Befragten das Internet. Zwischen 40 und 50 Jahren sind es 67 bis 81 Prozent. Ab 60 Jahren geht nur noch knapp die Hälfte der Bundesbürger ins Netz, ab 70 Jahren nur noch ein Fünftel. Allerdings holt die Generation 60 Plus spürbar auf: Im Vergleich zu 2008 starteten sieben Prozent mehr Senioren "online" durch.

In Europa nimmt Deutschland bei der Internet-Nutzung einen Mittelplatz ein. Spitzenreiter bleibt Island mit 90 Prozent Internet-Nutzern. In der EU liegen Schweden (88 Prozent) und die Niederlande (87 Prozent) vorn. Dagegen gibt es in Rumänien nur 29 Prozent "Onliner", in Bulgarien sind es 35 Prozent, in Griechenland 38 Prozent. Damit bleibe Europa "digital gespalten", heißt es in der Analyse. Die Initiative D21 ist nach eigenen Angaben Deutschlands größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft.

Den vollständigen (N)Onliner-Atlas 2009 lesen Sie HIER

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