Kriminalität

Mutmaßlicher Mörder ist wohl auch Vergewaltiger

Ein 31-jähriger Mann hat gestanden, einen 62-jährigen Berliner getötet zu haben. Wie die Polizei herausfand, war dies aber nicht die einzige Tat: Kurz nachdem die Polizei die Leiche entdeckt hatte, vergewaltigte der Mann einen Jungen und stach ihm mit einem Messer in den Hals.

Die Tötung des 62-jährigen Mannes, dessen Leiche am vergangenen Sonnabend in einem Schrank entdeckt wurde, und der Messerangriff auf einen 14-Jährigen am selben Tag gehen auf das Konto eines Täters. Das haben intensive Ermittlungen der Mordkommissionen ergeben.

Der Tote hatte etwa zwei Wochen in einer Wohnung an der Yorckstraße in Schöneberg gelegen, bevor die Polizei ihn fand. Als Tatverdächtiger geriet schnell der abwesende Wohnungsinhaber Metheb A. in den Fokus.

Nach Informationen von Morgenpost Online wollte A. an jenem Sonnabend in seine Wohnung zurückkehren, betrat das Wohnhaus an der Yorckstraße aber nicht, als er Polizei davor bemerkte. Dem 31-Jährigen war offenbar klar, dass er wegen Mordes oder Totschlags festgenommen werden könnte. Ermittler glauben, Metheb A. habe sich dann dazu entschlossen, den 14-jährigen Sohn einer Bekannten in deren Wohnung an der Adalbertstraße in Kreuzberg aufzusuchen.

Nach bisherigen Ermittlungen stieg der staatenlose A. dort über die Terrasse und durch ein geöffnetes Fenster in die Erdgeschosswohnung seiner abwesenden Bekannten ein. Dann soll er sich dem in seinem Bett schlafenden Jungen genähert und ihn zunächst gewürgt und dann mehrfach vergewaltigt haben, wie diese Zeitung erfuhr. Zum Schluss stach der Täter dem Jugendlichen in den Hals und verletzte ihn damit lebensgefährlich. Zu dem Jungen soll er noch gesagt haben: „Und deine Mutter ist nachher dran.“

Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch den Missbrauch des 14-Jährigen, der sich zwei Stunden lang in der Gewalt seines Peinigers befunden haben soll. Den Angaben zufolge soll der 31-Jährige den verängstigten und wehrlosen Jungen gezwungen haben, sich selber die Augen zu verbinden, bevor er ihn mit einem Küchenmesser schwer verletzte.

Gegen 10 Uhr war das Opfer nackt und stark blutend auf die Straße gelaufen und in ein Ladengeschäft auf der gegenüberliegenden Seite geflüchtet. Er wurde in einer Klinik in Friedrichshain notoperiert und befindet sich inzwischen außer Lebensgefahr. „Der Junge hatte eine drei bis vier Zentimeter breite und sieben Zentimeter tiefe Stichverletzung in die rechte Halsseite erlitten“, sagt Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Vor diesem Hintergrund könnte der Messerstich in den Hals möglicherweise als Mordversuch gewertet werden.

Der Täter konnte am Sonntagvormittag von Zielfahndern gefasst werden. Zu diesem Zeitpunkt wurde ihm nur die Tötung des 62 Jahre alten Beamten angelastet. Wegen dieses Delikts erließ ein Richter am Montag den ersten Haftbefehl.

Mit dem neuen Tatvorwurf im Zusammenhang mit dem 14-Jährigen konfrontiert, soll Metheb A. inzwischen ein Teilgeständnis abgelegt haben. Nach Informationen dieser Zeitung soll er den Jungen bereits seit dessen neunten Lebensjahr kennen.

Auf Befragen der Polizei soll A. angegeben haben, er habe den Jugendlichen aufsuchen wollen, weil er wusste, dass dessen Mutter nicht zu Hause war.