Stadtschloss

Bundestag macht den Weg für Schloss-Stiftung frei

Die Finanzierung des Berliner Stadtschlosses ist gesichert. Mit der Bewilligung von 1,5 Millionen Euro für die neue "Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum" ist der Grundstein für die Wiedererrichtung des Gebäudes gelegt worden. Die Stiftung soll Bauherrin und Ansprechpartnerin für Bau und Betrieb des Humboldtforums sein.

Jetzt ist es besiegelt: Das Berliner Schloss auf dem Schloßplatz in Mitte wird unter der Leitung des Architekten Franco Stella wiedererrichtet. Der Italiener hat einen entsprechenden Architektenvertrag mit der Bundesbauverwaltung am Donnerstag unterschrieben. Am Vorabend hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages die Mittel zur Gründung einer "Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum" in Höhe von 1,5 Millionen Euro freigegeben. Die Stiftung wird Bauherrin sowie Ansprechpartnerin für Bau und Betrieb des Humboldtforums sein. "Damit hat der Bau des Humboldtforums zwei entscheidende Hürden genommen", sagte der Staatssekretär im Bauministerium, Engelbert Lüdtke Daldrup.

Stella hatte Ende vergangenen Jahres den Wettbewerb zur Gestaltung des Humboldtforums gewonnen. Kurz nach Bekanntgabe des bis dato weitgehend unbekannten Siegers hatte es in Fachkreisen Zweifel daran gegeben, dass der Italiener ein Projekt dieser Dimension realisieren könne. Stella, der in seiner Heimatstadt Vicenza nur ein kleines Büro mit einer Handvoll Mitarbeitern unterhält, hat sich als Projektpartner die deutschen Planerbüros von Gerkan, Marg und Partner (gmp) sowie Hilmer, Sattler & Albrecht (hsa) gesucht. Während hsa für die Entwurfsplanung zuständig sein soll, wird die Ausführungsplanung von gmp übernommen. "Der Vertrag mit dem Architekten schreibt zwingend die Einhaltung der Gesamtsumme von 480 Millionen Euro vor", so Lüdtke Daldrup.

"Unser Team arbeitet bereits seit Monaten intensiv daran, das Raumprogramm so zu optimieren, dass wir die Kostenvorgaben einhalten", versicherte Stella am Donnerstag. So solle die Nutzfläche um insgesamt 4000 Quadratmeter verkleinert werden. Das Belvedere mit den offenen Loggien an der Spree werde zum Teil geschlossen, um dort Museumsflächen zu gewinnen. Dadurch könne man die kostenaufwendigen Flächen im Untergeschoss verkleinern. Die genauen Pläne sollen im Herbst vorgestellt werden.

Spenden in Höhe von 80 Millionen Euro notwendig

Ebenfalls um die Kosten des Bauvorhabens ging es am Mittwochabend im Hauptausschuss des Bundestages. Mit der Freigabe der Mittel für die Stiftungsgründung sei nun die Forderung verknüpft, dass die Stiftung das verbindlich zu erbringende Spendenvolumen von 80 Millionen Euro auch zusammenbekommt, so Steffen Kampeter, haushaltspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Damit werde eine "seriöse Spendenfinanzierung" erst möglich.

Die Spender für die historischen Fassaden des Schlosses seien nun nicht mehr nur auf den "umstrittenen" Förderverein Berliner Schloss angewiesen. "So wird sich die Spendenbereitschaft für eines der bedeutendsten kulturellen Bauvorhaben Deutschlands sicherlich nochmals erhöhen", so Kampeter.

Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins, weist Kampeters Kritik zurück. "Sowie der Stiftungsrat personell besetzt ist, werden wir sowohl Sachleistungen, wie etwa Baupläne oder bereits fertiggestellte Gipsvorlagen, als auch eingesammelte Geldmittel in das Stiftungseigentum überführen", versicherte Boddien.

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