Randale

Brandanschläge - Schulessen kommt im Leihauto

Das Berliner Unternehmen "Bärenmenü" beliefert Schulen mit Essen - das wurde am Mittwoch kompliziert: Zehn Autos der Firma wurden in der Nacht angezündet und brannten aus - die Zahl der seit Jahresbeginn abgebrannten Autos steigt damit auf 169. Bei "Bärenmenü" hat man sich inzwischen Leihwagen besorgt.

Senioren, Kindergärten und Schulen beliefert die Firma "Bärenmenü" mit Essen - heute mit geliehenen Fahrzeugen. Denn noch unbekannte Täter haben in der Nacht zu Mittwoch zehn Fahrzeuge des Cateringunternehmens in der Sewanstraße in Lichtenberg angezündet. Dafür hatten sich die Täter gewaltsam Zutritt zu dem Firmenparkplatz verschafft. Anwohner bemerkten den Brand und verständigten die Feuerwehr. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Die Firma kann heute weiter arbeiten - sie hat sich vorerst Fahrzeuge geliehen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Gegen 1.30 Uhr alarmierte zudem eine Anwohnerin der Stavanger Straße die Polizei, weil dort ein Motorrad in Flammen stand. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei hatten Unbekannte mehrere Zeitungsbündel an das Motorrad gelegt und angezündet. Durch die Flammen wurde ein Holzfenster in einem daneben stehenden Wohnhaus beschädigt. Die Feuerwehr löschte den Brand. Personen wurden nicht verletzt.

"Bärenmenü" gehört zum französischen Sodexo-Konzern - und der versorgt, unter anderem, auch Justiz und Militär mit Essen. Sodexo stellt zudem Chipkarten her, mit denen Sozialleistungs-Empfänger einkaufen können. Sowohl das eine wie auch das andere könnten Politaktivisten zum Anlass genommen haben, den Fuhrpark von "Bärenmenü" anzuzünden. In der Vergangenheit waren Sodexo-Fahrzeuge wiederholt Ziel von möglicherweise politisch motivierten Attacken gewesen.

Erst am Dienstagmorgen waren – wie bereits in der Woche zuvor - Fahrzeuge der Posttochter DHL im Wedding in Brand gesteckt worden. Weitere Autos brannten in den vergangenen Nächten. Seit Jahresbeginn sind damit 169 Autos Brandstiftungen zum Opfer gefallen. Der Staatsschutz ermittelt. Möglicherweise stehen die neuen Taten im Zusammenhang mit einer von der linksautonomen Szene ausgerufenen „Aktionswoche“.

Die Bundes-CDU und die Berliner Union warfen dem rot-roten Senat am Dienstag vor, die Gewalttaten linksautonomer Gruppen in der Stadt zu dulden. „Der linke Mob testet seine Grenzen aus, und niemand aus der Landesregierung tritt dem entgegen“, sagte der Landes- und Fraktionsvorsitzende der Berliner CDU, Frank Henkel. Wolfgang Bosbach, CDU-Vize-Fraktionschef im Bundestag, sprach von offenkundigen Sympathien gegenüber der Szene. Die Berliner CDU fordert einen Runden Tisch gegen Linksextremismus. Das lehnt Innensenator Körting ab. Es gebe klare Zuständigkeiten, und die lägen bei der Polizei.