Party-Stadt

Berlin hat den besten Club der ganzen Welt

Das "Berghain" in Friedrichshain ist der beste Club der Welt - das ergab eine Umfrage des britischen Magazin "DJMag" unter Diskjockeys. Als Partystadt ist Berlin demnach auch insgesamt Weltspitze. Keine andere Stadt ist mit so vielen Clubs in den Top 100 vertreten.

Das renommierte britische Magazin „DJ Mag“ hat das „Berghain“ in Friedrichshain zum besten Club der Welt gekürt. Die befragten DJs wählten den Club am Ostbahnhof auf den ersten Platz in einer Top-100-Rangliste für 2009. Das „Berghain“ verwies damit Konkurrenten wie das Londoner „Fabric“ und das „Space“ auf Ibiza auf die Plätze zwei und drei. In der Liste finden sich Clubs aus Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Australien.

Insgesamt schafften es sechs Berliner Clubs auf die Liste. Auf Platz acht kam das „Watergate“ in der Falckensteinstraße in Kreuzberg. Außerdem ist der „Club der Visionäre“ Am Flutgraben in Treptow-Köpenick dabei (Platz 63), die „Bar 25“ in der Friedrichshainer Holzmarktstraße (70), der Club „Tresor“ im ehemaligen Heizkraftwerk in Mitte (93) und der „Weekend Club“ am Alexanderplatz in Mitte, der es mit Platz 99 gerade noch unter die Top 100 schaffte.

Aus Deutschland haben sich zudem das „Cocoon“ in Frankfurt (11), das „Robert Johnson“ in Offenheim (24), das „Harry Klein“ in München (59) und das „Tribehouse“ in Neuss (80) unter den besten 100 platziert.

Zu allen Clubs schreiben die Autoren vom „DJ Mag“ Lobeshymnen, doch die für den Erstplatzierten fällt besonders umfassend und überschwänglich aus: „Was Techno angeht, gibt es kaum Streit darüber, wo das Zentrum des Universums momentan liegt – tief in den Weiten von Am Wriezener Bahnhof 70, Berlin“, heißt es im „DJMag“, über das „Berghain“. Die Partys hier „prägen die Zukunft dieses Sound wie kein anderer Platz der Erde“. Weiter schreibt der Autor, „das Berghain ist der wichtigste Techno-Pilgerort“. Er lobt besonders, dass den DJs im „Berghain“ viel Freiraum gelassen wird, außerdem schwärmt er, dass die Partys nirgends länger seien und tiefer gingen.

Im „Berghain“ ist man solchen Rankings gegenüber zurückhaltend eingestellt, freut sich, will aber lieber keine Statements abgeben und weiter gute Arbeit machen.

Über Ostern wird am Donnerstag, Freitag und Sonnabend bis weit in den Sonntag gefeiert. Am Donnerstag ist ab 23 Uhr Smegma-Party, eine Fetisch-Party für Schwule. Am Freitag beginnt die Dial Nacht um 23 Uhr in der Panorama-Bar, am Sonnabend geht es um 23 Uhr los mit der alljährlichen Snax-Party zu Ostern.

Zufrieden aber auch ehrgeizig nimmt man in der „Bar 25“ den 70. Platz zur Kenntnis. „Es hätte auch der erste Platz sein können“, sagt Christoph Klenzendorf, einer der Besitzer des populären Clubs an der Spree. Trotzdem sei die Umfrage natürlich gute Werbung und förderlich fürs Renommee.

Im „Weekend“ am Alexanderplatz gibt man sich hingegen zurückhaltend. „Wir relativieren die Bedeutung der Umfrage, da sie nur eine von vielen ist. Andere Musikmagazine wie ‚Groove’ oder ‚Spex’ haben uns beispielsweise in die Top-Ten gewählt“, sagt einer der Betreiber des auf Platz 99 gelandeten Clubs. Man messe sich nicht an solchen Zahlen, da sie nicht den eigentlichen Cluberfolg widerspiegeln würden. In Berlin spreche sich das „Weekend" sowieso eher durch Mund-zu-Mund Propaganda als durch Umfrageergebnisse herum. Mit dem Text des englischen Magazins war man im „Weekend“ dennoch im Großen und Ganzen zufrieden.

Neben der Lobeshymnen des „DJMag“ findet sich auf der Internetseite des Magazins auch gleich der Hinweis, wie man am besten mit einem Billigflieger nach Berlin kommt. Das dürfte durchaus weitere Techno-Fans nach Berlin bringen, denn die jetten bekanntlich auch mal nur für eine Party quer durch Europa. Für manch einen, etwa die Londoner-Fans, kann eine Partynacht in Berlin samt Billigflug günstiger sein, als eine Technonacht in London. Entsprechend Raven im Berghain immer Gäste aus aller Welt.

Übrigens hat es keine andere Stadt weltweit mit so vielen Clubs unter die Top 100 geschafft wir Berlin. So zitiert das „DJ Mag“ dann auch den DJ Lee Burrdige, der kürzlich über San Francisco gesagt habe: „San Fran ist die Stadt, die das Potenzial hat, Amerikas Club-Equivalent zu Berlin zu werden.“ Man könnte es auch kürzer sagen: Wenn Du Erfolg in der Clubszene willst, be berlin.

Mitarbeit: Lorenz Vossen