Gewalt

Vater wegen Misshandlung seines Babys vor Gericht

Auch als er die Knochen seines sechs Monate alten Kindes knacken hörte, dachte sich der Mann angeblich nichts dabei. Er habe doch nur mit seinem Sohn gespielt, sagte der Berliner vor Gericht aus – und brach ihm dabei das Bein. Der Mann muss sich nun wegen mehrfacher schwerer Misshandlung verantworten.

Wegen roher Misshandlungen seines sechs Monate alten Sohns sitzt seit Mittwoch ein 36-jähriger Vater auf der Anklagebank. Der Mann soll dem Baby im Frühjahr 2008 den linken Oberschenkel gebrochen haben, in dem er es schlug oder herumwarf.

Zwei Monate später soll er den Jungen dann am rechten Oberschenkel verletzt haben. Das Kind musste im Krankenhaus behandelt werden. Der Vater von insgesamt drei kleinen Jungen beteuerte im Prozess vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten seine Unschuld.

"Es war ein Unfall, ich wollte dem Kind nichts antun“, sagte der Mann. Beim Spielen habe er offensichtlich zu viel Kraft angewendet, lautete der Erklärungsversuch für die Verletzungen. Als er mit den Beinen des Jungen spielte, habe er gehört, wie ein Knochen knackte.

Das Kind habe geweint, er habe es beruhigt und zurück in den Kinderwagen gelegt. Es sei nichts zu sehen gewesen. Auch beim zweiten Vorfall in der Charlottenburger Wohnung der Familie machte der Angeklagte einen zu rabiaten Umgang beim Spielen geltend.

Die Ehefrau war jeweils nicht dabei. Sie brachte den Sohn ins Krankenhaus. Das Kind wurde danach vom Jugendamt betreut und lebt jetzt mit seinen Brüdern bei der Mutter. Der Angeklagte darf seine Söhne regelmäßig, aber nur noch in Begleitung von Mitarbeitern des Jugendamtes oder seiner Ehefrau treffen. Der Angeklagte nimmt an einem Training zum Umgang mit Kindern teil. Im Prozess sagte der dreifache Vater, „ich hatte nicht so viel Erfahrung beim Spielen mit Kindern“.