Sicherheit im Nahverkehr

VBB-Chef will Alkoholverbot in Bus und Bahn

Weniger Gewalt, weniger Vandalismus - das erhofft sich der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, Hans-Werner Franz, von einem Alkoholverbot in Bussen, Trams und Bahnen. Durchgesetzt könne eine solche Regel allerdings nur mit mehr Personal, sagt er. Aber das kostet.

Klebende Bierpfützen in Zügen, randalierende Betrunkene in der S-Bahn: Wenn es nach dem Verkehrsverbund Berlin- Brandenburg (VBB) geht, ist eine Diskussion über ein Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln überfällig.

"Von der Sache her fände ich ein Alkoholverbot gut“, sagte VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz am Donnerstag. „Das bringt aber nur etwas, wenn es auch durchgesetzt wird. Und Personal kostet Geld.“

In einigen Gegenden Berlins ist die Grenze der Zumutbarkeit bei Beschädigungen und Belästigungen aus seiner Sicht bereits überschritten. „Das Thema muss viel mehr auf die Tagesordnung“, forderte Franz.

Vorbild für den VBB ist die Metronom-Bahn, die unter anderem in Niedersachsen fährt. Vor einem Jahr verhängte das Unternehmen ein Alkoholverbot in seinen Zügen. Probleme mit Schmutz und Vandalismus seien seitdem spürbar zurückgegangen, berichtete Franz. Allerdings rollen Metronom-Bahnen vorwiegend im ländlichen Raum, es gibt Personal an Bord.

"Die Hauptstadt ist komplizierter“, sagte Franz. „Wenn das hier aber so weitergeht, müssen wir uns fragen, ob es ohne Personal noch geht.“ Wo man S-Bahn-Aufsichten abgezogen habe, sei das Benehmen der Fahrgäste schlechter, die Vandalismus-Quote höher. Wenn Abgeordnete aus Berlin und Brandenburg mehr Bahn führen statt Dienstwagen, wäre dieses Thema sicher leichter zu diskutieren, kritisierte der Verkehrsexperte.

( dpa/mim )