Nahverkehr

In Berlin werden Bus- und Bahn-Tickets wohl teurer

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Im laufenden Jahr werden die Fahrkarten-Preise im Öffentlichen Nahverkehr nicht erhöht - aber dann: Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg schließt Preiserhöhungen für 2011 nun nicht mehr aus.

Bus- und Bahnfahrer in Berlin und Brandenburg müssen im kommenden Jahr mit höheren Fahrpreisen rechnen. „Für 2011 schließe ich Preiserhöhungen nicht aus. Darüber wird diskutiert“, sagte Hans-Werner Franz, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). In diesem Jahr würden die Preise aber nicht steigen. 2011 soll es in Berlin und dem nahen Umland auch erstmals elektronische Fahrkarten geben. Der Praxistest laufe im ersten Quartal, ab April solle das E-Ticket für die Tarifbereiche A,B und C zu haben sein, kündigte Franz an.

Zuvor bereits hatte sich der scheidende Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Andreas Sturmowski, für höhere Tarife ausgesprochen. "Überall in Deutschland sind die Nahverkehrstarife jedes Jahr zum Teil erheblich gestiegen, das muss auch in Berlin mal wieder geschehen", sagt der Chef des größten Verkehrsunternehmens im Verbundgebiet.

Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg hatten Tariferhöhungen für 2009 noch abgelehnt. Die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will auch im Jahr 2010 eine Fahrpreiserhöhung nicht zulassen. "Wir haben aber die Verkehrsunternehmen aufgefordert, Tarifvorschläge zum 1. Januar 2011 zu unterbreiten", sagte eine Sprecherin von Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD).

Steigen sollte aus Sicht der BVG insbesondere der Preis für Einzeltickets. Eine Einfachfahrt durch Berlin (Tarifgebiet AB) kostet aktuell 2,10 Euro - der Preis liegt damit deutlich unter dem Niveau vieler anderer europäischer Großstädte. Sturmowski hatte in der Vergangenheit von einer Erhöhung um 20 Cent auf 2,30 Euro gesprochen. Dagegen sollten Stammfahrgäste bei Fahrpreiserhöhungen weniger stark belastet werden. Vor allem mit dem Verweis auf Kostenvorteile hat die BVG die Zahl der Abonnenten im Vorjahr auf 273 000 Monatskarteninhaber erhöhen können, ein Plus von 21 Prozent.

Die letzte Tarifanpassung im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hatte es zum 1. April 2008 gegeben. Damals hatten sich die Fahrpreise in Berlin (Tarifzone AB) im Schnitt um 1,6 Prozent erhöht. Die Einzelfahrt wurde durch Einführung der Viererkarte zum Preis von acht Euro sogar günstiger. Seither sind nur Touristentickets wie die Berlin Welcome Card oder das neue Senioren-Abo 65plus teurer geworden. Andere Verkehrsverbünde in Deutschland erhöhten dagegen die Fahrscheinpreise jährlich um etwa vier Prozent. Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) hat sich dafür ausgesprochen, die Fahrpreise einmal im Jahr zu erhöhen.

( dpa/BMO )