Berliner Hauptbahnhof

Tausende stimmen für Sonntags-Shopping

Mehr als 12.000 Menschen haben sich für die Öffnung der Läden im Hauptbahnhof an Sonn- und Feiertagen ausgesprochen. Die Einzelhändler fürchten einen Imageverlust, seit die Behörden den Verkauf an diesen Tagen verboten hatten. Also starteten sie eine Kampagne gegen das Verbot.

Foto: Amin Akhtar

„Willkommen in Posemuckel“ – Mit diesem Slogan suchen die Händler im Hauptbahnhof seit zwei Wochen Unterstützung in ihrem Kampf für geöffnete Läden auch an Sonn- und Feiertagen. Bereits in den ersten sechs Tagen der Aktion unterschrieben nach Angaben der Werbegemeinschaft Hauptbahnhof an den Informationsständen mehr als 12.000 Berliner und Touristen eine rote Protestpostkarte gegen das Öffnungsverbot an Sonntagen für Geschäfte, die keinen Reisebedarf anbieten.

Die Karten sollen in Kürze an Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher (Linke) übergeben werden. Die Einzelhändler hoffen auf einen erneuten Dialog mit ihr. Sie warnen vor einem Imageverlust für die Hauptstadt und dem Verlust von Arbeitsplätzen, wenn viele Geschäfte im Bahnhof sonntags geschlossen bleiben müssen. Nach einer Beschwerde der Gewerkschaft Ver.di hatten die Behörden 2009 allen Geschäften, die keinen Reisebedarf anbieten, untersagt, an Sonn- und Feiertagen zu öffnen. 28 der 80 Geschäfte im Bahnhof sollen von diesem Verbot ganz oder teilweise betroffen sein. Seit September verhängt das zuständige Bezirksamt Mitte bei Verstößen Bußgelder. Bis zu 15.000 Euro Strafe drohen.

Damit finden sich die Händler nicht ab. Sie ärgert vor allem die Ungleichbehandlung mit den Ladeninhabern im Flughafen Tegel. Dort gelten die Einschränkungen nämlich nicht. Die unterschiedlichen Regelungen hätten bei den Menschen an den Infoständen für „besonderes Kopfschütteln“ gesorgt, sagte Toni Brentrup, Mitinitiator der Postkarten-Aktion.

Seine Hoffnung auf weitere Gespräche mit der Senatsverwaltung wird aber wohl unerfüllt bleiben, wie Lompschers Sprecherin Marie-Luise Dittmar bestätigte. Die Haltung der Verwaltung sei klar, sagte sie. In Kürze werde sich der Senat mit dem Thema befassen. Anschließend liege die Verantwortung beim Berliner Abgeordnetenhaus als Gesetzgeber.