"The Producers"

Admiralspalast provoziert mit Brezel-Fahne

Dass das Stück provozieren würde, war abzusehen. Doch dass sich die Gemüter schon erregen, sobald die ersten Fahnen für das Musical "The Producers" werben, überrascht dann schon. Am Berliner Admiralspalast wehen seit kurzem rote Fahnen mit schwarzem Brezel in weißem Kreis. Eine Anspielung auf die Hakenkreuzbanner.

Foto: ddp / DDP

Brezel-Flaggen sorgen in Berlin für Wirbel. Am Admiralspalast wehen Banner mit Brezeln in einem weißen Kreis auf rotem Untergrund – eine satirische Anspielung auf das Hakenkreuz. Das Ganze ist Werbung für das Musical „The Producers Frühling für Hitler“ von Mel Brooks.

Nicht jeder fand dies lustig. „Es gab Beschwerden“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag und bestätigte damit Angaben des Theaters. Die Bühne verwies darauf, es sei juristisch bestätigt, dass Banner und Fahnen nicht gegen den entsprechenden Paragrafen im Gesetzbuch verstoßen.

Das nazi-verulkende Musical "The Producers" startete 2001 am Broadway und wurde von der Kritik gefeiert. Tickets im Wert von drei Millionen Dollar sollen bereits am ersten Tag nach der Premiere verkauft worden sein. Auch in Berlin läuft der Vorverkauf der seit Weihnachten beworbenen Deutschlandpremiere gut. Am 15. Mai geht die erste Vorstellung im Admiralspalast an der Friedrichstraße über die Bühne, zwei Tage später, am Sonntag, folgt die Galapremiere. Das schräge Musical von Mel Brooks ist vorerst bis zum 18. Juli zu sehen. Der 1926 geborene Mel Brooks ist als jüdischer Autor, Regisseur und Darsteller zahlreicher Comedy-Hits berühmt geworden. Darunter sind Film-Klassiker wie „Robin Hood - Helden in Strumpfhosen“ und „Dracula – Tot aber glücklich“.

Bei den "Producers" steht eine dralle Blondine aus Schweden vor der Bürotür. Sie will gecastet werden. Die beiden jüdischen Geschäftsleute hatten kurz zuvor beschlossen, mit einem geplanten Musical-Flop das große Geld zu machen. Der Autor, ein mit Lederhose und Stahlhelm bekleideter schuhplattelnder Hitler-Verehrer, hatte schließlich zugestimmt, nachdem die Produzenten überzeugend in die Liedzeilen "vorwärts im Stechschritt, rückwärts im Stechschritt, hoch die Hand zum deutschen Gruß" eingestimmt hatten. Und für die Nazi-Tingeltangel-Produktion mit getanztem Hakenkreuz kommt die unbegabte Blondine gerade wie gerufen. Dann geschieht aus Sicht der Produzenten das schier Unglaubliche: Das schlechteste Musical der Welt wird ein Erfolg.

Lange Zeit war umstritten, ob man über Hitler lachen darf, noch dazu in Berlin. Zu lange - so dass das Stück zunächst im Wiener Ronacher Theater gezeigt wurde. Hier jedoch spielte das Stück gerade zwei Monate, was gemessen an anderen Musicalproduktionen als kurz gelten kann.

Nun ist abzuwarten, wie lange „The Producers“ in Berlin läuft. Falk Walter, Chef des Admiralspalast hat die Show, die mit zwölf Tony Awards ausgezeichnet wurde, vorsichtshalber erst für zwei Monate angesetzt - allerdings mit Option zur Verlängerung. Gezeigt wird die vom Broadway-Team inszenierte Wiener Aufführung, wobei das Bühnenbild etwas verkleinert wurde. Das 15-köpfige Orchester kommt dagegen aus Berlin. Bisher läuft der Vorverkauf ordentlich. Für die Galapremiere gibt es nur noch Restkarten in den hinteren Reihen für 26 Euro. Ansonsten sind für alle Vorstellung noch Karten im Preis von 20 bis 90 Euro zu erhalten.

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