Berlin-Nikolassee

Falsche Polizisten erbeuten Mercedes

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Es hat erneut geklappt: Zum wiederholten Mal haben Männer, die sich als Polizisten ausgaben, in Berlin mitten auf der Straße ein Auto gestohlen. Opfer war ein Mercedes-Fahrer in Nikolassee. Neu war allerdings, dass die vermeintlichen Polizisten eine Waffe zogen.

Erneut haben sich zwei Räuber am Donnerstag als Polizisten ausgegeben und dabei in Nikolassee ein Auto geraubt. Ein 43-Jähriger war gegen 11 Uhr mit seinem Mercedes in der Havelchaussee in Richtung Spandau unterwegs, als er in Höhe Großes Fenster von einem dunklem BMW überholt wurde. Die beiden Insassen forderten den Autofahrer mit einer Polizeikelle zum Anhalten auf. Nachdem der 43-Jährige am Fahrbahnrand gehalten hatte, trat einer der vermeintlichen Polizisten an den Mercedes heran und verlangte den Fahrzeugschein. Anschließend bedrohte der Unbekannte den Autofahrer mit einer Pistole und forderte ihn zum Verlassen seines Fahrzeuges auf. Während sein Komplize mit dem BMW davon fuhr, flüchtete der Räuber mit dem Mercedes in Richtung Spandau. Der Überfallene blieb unverletzt. Ein Raubkommissariat des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen wegen schweren Raubes übernommen.

Die Polizei fahndet stadtweit nach falschen "Kollegen": Bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen haben sich Unbekannte als Zivilbeamte ausgegeben und die Autos ihrer Opfer gestohlen. Allerdings bedrohten sie bislang nicht die Autofahrer. Vielmehr forderten sie diese auf, zur Kontrolle aus dem Wagen zu steigen. Ein Komplize stiegt dann unbemerkt in das Auto und fuhr davon. Die Beamten prüfen einen möglichen Zusammenhang der Fälle, Raubkommissariate des Landeskriminalamtes ermitteln. Von einem der Gesuchten liegt jetzt eine vage Beschreibung vor.

In diesem Zusammenhang wies die Polizei bereits darauf hin, dass sich gerade Beamte in Zivil bei einer Kontrolle mit einer Kriminaldienstmarke oder einem Dienstausweis legitimieren müssen. Sollten sie dies nicht können, sollte der Autofahrer über 110 die Polizei alarmieren. Auch müssen Autofahrer bei einer Kontrolle nicht den Fahrzeugschlüssel im Zündschloss stecken lassen. Bei gewaltbereiten Tätern, die sich körperlich des Autos bemächtigen wollen, sollte man nicht den falschen Helden spielen, rät die Polizei.

( BMO )