Zehlendorf

Lehrer und Schüler nach Bromunfall in Klinik

Im Zehlendorfer Droste-Hülshoff-Gymnasium hatte eine Lehrerin einen Versuch für den Chemieunterricht vorbereit. Doch das ging schief. Sie verschüttete flüssiges Brom - eine gefährliche Chemiekalie. Die Pädagogin, einer ihrer Kolleginnen und vier Schüler mussten ins Krankenhaus.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Bromunfall in Zehlendorfer Schule

Video: tvb
Beschreibung anzeigen

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist es an einer Berliner Schule zu einem Chemie-Unfall mit der stark ätzenden Substanz Brom gekommen. Die Schule wurde evakuiert, zwei Lehrerinnen sowie vier Schüler mussten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Der betroffene Unterrichtsraum bleibt bis zur Reinigung durch eine Spezialfirma gesperrt.

Am MIttwoch, um 10.18 Uhr wurde die Feuerwehr zur Droste-Hülshoff-Oberschule an der Schönower Straße 8 in Zehlendorf gerufen. Die 59 Jahre alte Chemielehrerin wollte gerade eine Brom-Lösung vorbereiten, als ihr ein Behältnis mit 100 Millilitern der unverdünnten Substanz aus der Hand rutschte und zu Boden fiel. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers erlitt die Frau dabei Verätzungen an Hand und Unterarm und wurde von der Rektorin noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte in eine nahe gelegene Klinik gebracht.

40 Feuerwehrleute vor Ort

Bereits wenige Minuten später rückte ein Großaufgebot von 40 Feuerwehrmännern mit sieben Rettungs- und zwei Notarztwagen sowie Beamten des „Technischen Dienstes“ an. Während eine weitere Lehrerin (57) und vier Schüler ebenfalls über Reizungen der oberen Atemwege klagten und in Krankenhäuser gebracht werden mussten, wurden alle anderen Schüler ins Freie geführt. 30 von ihnen, die sich offenbar in dem Raum oder in unmittelbarer Nähe aufgehalten hatten, wurden von einem der Notärzte untersucht. „Bei ihnen wurde allerdings nichts festgestellt, außer dass ihre Kleider nach der ähnlich wie Propangas riechenden Substanz rochen“, so Feuerwehrsprecher Wolfgang Rowenhagen. „Die Betroffenen wurde allerdings angewiesen, sich im Falle auftretender Symptome sofort ins Krankenhaus zu begeben.“ Gemeint sind Husten, Schwindelanfälle, Übelkeit und Atemnot. Brom kann zu schwersten – auch inneren – Verätzungen führen.

Das ausgelaufene Brom wurde von Feuerwehrmännern mit Atemgeräten und Vollschutzanzügen mit Aktivkohle sowie einer Folie abgedeckt und anschließend in einem Spezialbehälter zur Entsorgung zur BSR gefahren. Der Klassenraum bleibt auf Anweisung der Feuerwehr so lange verschlossen, bis eine Spezialfirma ihn dekontaminiert hat. „Man sollte sich in Lehrerkreisen schon einmal die Frage gefallen lassen, ob Schüler in die Nähe einer solch gefährlichen Substanz kommen sollten, bei deren Freisetzung wir nur unter allergrößten Sicherheitsvorkehrungen arbeiten dürfen“, so ein Feuerwehrmann.

Erst am 16. März 2010 hatte es einen vergleichbaren Zwischenfall auf dem Gelände des Gymnasiums Steglitz an der Heesestraße gegeben. Auch dabei hatte ein Chemielehrer ein Experiment mit Brom vorführen wollen, als er sich versehentlich 40 Milliliter der giftigen Flüssigkeit auf seine Hose goss. Sofort hatten sich giftige Dämpfe gebildet, Schüler wurden von der Feuerwehr evakuiert. Während der Lehrer selbst im Krankenhaus behandelt werden musste, kamen die Schüler ohne Verletzungen davon. Bereits nach einer Stunde wurde an der Schule wieder Entwarnung gegeben. Der Chemieraum konnte nach einer mehrtägigen Lüftung wieder betreten werden.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.