Nahverkehr

Radbruch löste S-Bahn-Unfall in Kaulsdorf aus

Markus Falkner

Auf der S-Bahn-Linie 5 ging am ersten 1. Mai stundenlang gar nichts mehr. Grund: Am S-Bahnhof Kaulsdorf war ein mit Fahrgästen besetzter Zug entgleist. Nach Angaben des Eisenbahn-Bundesamts war ein Rad gebrochen. S-Bahn-Chef Heineman weist Vorwürfe über mangelnde Wartung zurück.

Der S-Bahn-Unfall, der am 1. Mai über Stunden den Verkehr auf der Linie S5 lahmlegte, ist durch eine gebrochene Radscheibe ausgelöst worden. Das hat nun das Eisenbahn-Bundesamt bestätigt. Nach Angaben von Behördensprecherin Bettina Baader müssen nun „umfangreiche Untersuchungen“ klären, wie es zu dem Schaden kommen konnte. Der mit Fahrgästen besetzte Zug am Freitag am Bahnhof Kaulsdorf entgleist. Verletzt wurde niemand.

S-Bahn-Chef Tobias Heinemann dementierte Berichte, wonach mangelnde Wartung den Unfall ausgelöst haben könnte. „Die Sicherheit unserer Fahrgäste hat oberste Priorität“, sagte Heinemann. „Alle gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen zur Untersuchung von Fahrzeugen werden exakt eingehalten und dokumentiert.“ So würden die Radsätze in der „betriebsnahen Instandhaltung“ alle 14 Tage überprüft. Nach Informationen von Morgenpost Online handelt es sich dabei um Sicht- und Hörprüfungen. Anders als die Achsen werden die Räder nicht regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen unterzogen.

Irreführend sind laut Heinemann Aussagen, dass bei dem Unfall-Zug die planmäßige Hauptuntersuchung um zwei Jahre verschoben worden sei. Nach S-Bahn-Angaben werden alle Züge der modernsten Baureihe 481 in der Regel erst nach acht Jahren zur Hauptuntersuchung geschickt. Der Gesetzgeber erlaube eine Fristverlängerung um zwei Jahre ausdrücklich, sofern der Zustand des Fahrzeugs dies zulasse. Notwendig dafür ist eine Genehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt, die im Fall des entgleisten Zuges vorlag.

Kritiker werfen der S-Bahn vor, zu Lasten der Sicherheit bei der Wartung zu sparen. Heinemann weist diese Kritik zurück. Der jährliche Aufwand für die Instandhaltung sei von 30,5 Millionen Euro im Jahr 2006 auf 53,5 Millionen Euro in diesem Jahr gestiegen.