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So verlief der 1. Mai in Berlin

Gegen Mitternacht des 1. Mai beruhigte sich die Lage im Berliner Bezirk Kreuzberg - nachdem es zuvor zu teils schweren Auseinandersetzungen gekommen war. Die Gewaltbereitschaft der militanten Protestler sei größer gewesen als in den Vorjahren, so die Polizei. Alles über den 1. Mai in Berlin: Morgenpost Online dokumentiert den Tag mit Bildern, Videos und Berichten unserer Reporter vor Ort.

In Berlin ist es am Abend des 1. Mai wieder zu Ausschreitungen gekommen. Erst gegen Mitternacht meldete die Polizei, die Lage sei unter Kontrolle. Gelegentlich stoße man aber noch auf kleine Gruppen "erlebnisorientierter" Jugendlicher, hieß es nach Mitternacht. Die Polizei war stadtweit mit 6000 Männern und Frauen im Einsatz. Über die genaue Zahl der Festnahmen sowie der Verletzten auf beiden Seiten gab es zunächst keine Angaben. Am Samstag wollten Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und Polizeipräsident Dieter Glietsch eine Bilanz vorlegen.

Einige Straßen in Kreuzberg boten ein Bild der Verwüstung. Nicht nur Pflastersteine, auch Platten wurden aus Gehwegen als Wurfgeschosse herausgerissen. Mülleimer, Stühle, Fahrräder und auch Brandsätze wurden auf Polizeibeamte geworfen. Die Menge kesselte zwei Mannschaftswagen der Polizei ein und bewarf die Sicherheitskräfte und die Fahrzeuge mit Steinen. Den Autonomen gelang es zwischen den Attacken immer wieder, in der Menge der zahlreichen Schaulustigen abzutauchen. Viele Besucher des Myfestes versuchten, die Steinewerfer zurückzuhalten. Die Randalierer demolierten dennoch ein Buswartehäuschen, griffen eine Tankstelle an, rissen Absperrgitter und eine Ampel um. An der Adalbertstraße errichteten militante Autonome meterhohe Barrikaden aus Zaunteilen und steckten sie in Brand.

Es habe „eine ganze Reihe von Festnahmen gegeben“, sagte Polizeisprecher Frank Millert. Es habe über eine lange Zeit „massive Steinwürfe“ gegeben. „Das war anders als in den Vorjahren“, so Millert. Gleich zu Beginn der abendlichen Demo seien zwei Polizeifahrzeuge vor der Feuerwache in der Wiener Straße angegriffen worden. „Das war extrem“, sagte Millert.

Die Polizei sprach davon, dass in diesem Jahr die Gewaltbereitschaft der Randalierer höher gewesen sei als in den Vorjahren. Noch bis in die frühen Morgenstunden waren zahlreiche Beamte in Kreuzberg, aber auch in Friedrichshain, Mitte und Neukölln Im Einsatz. Morgenpost Online dokumentiert, wie der 1. Mai in Berlin verlief.

+++ 0.32 Uhr: An der Oranienstraße sind noch immer unermüdlich Feiernde aktiv, die Stimmung ist allerdings friedlich. Die Polizei meldet, die Lage sei unter Kontrolle . Gelegentlich stoße man aber noch auf kleine Gruppen "erlebnisorientierter" Jugendlicher.

+++ 23.32 Uhr: Die Polizei löscht das Feuer. Die Lage in Kreuzberg beruhigt sich allmählich. Es gibt laut Polizei nur noch einzelne Scharmützel , nachdem es insbesondere am Kottbusser Tor im Gefolge der Demonstration "Kapitalismus ist Krieg und Krise" zu teils schweren Auseinandersetzungen gekommen war. +++

+++ 23.13 Uhr: Schwarze Rauchwolken über dem Kottbusser Tor: In der Adalbertstraße brennen zwei Müllcontainer. Passanten lassen sich vor den Flammen fotografieren . Jetzt greift die Polizei ein.

+++ 22.53 Uhr: Die ersten Fans kommen aus der O2 World: Das Basketball-Spiel der griechischen Klubs Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräus ist vorbei. Die Fans der beiden Mannschaften sind tief verfeindet - doch hier ist die Stimmung friedlich. Die Polizei schirmt Lager voneinander ab. Panathinaikos hat knapp gewonnen (84:82). +++

+++ 22.51 Uhr: Am Kottbusser Tor nehmen Polizeieinheiten immer wieder gezielt Gewalttäter fest. Vor einer Filiale der Berliner Bank setzen die Beamten Pfefferspray ein. Dort haben Randalierer - offenbar auch junge Migranten - Feuer gelegt. +++

+++ 22.37 Uhr: In der Waldemarstraße/Ecke Adalbertstraße beruhigt sich die Lage allmählich . Vor dem SO 36 in der Oranienstraße sind nur noch Menschen zu sehen, die zu Live-Musik tanzen. +++

+++ 22.13 Uhr: Immer öfter ist am Kottbusser Tor zu sehen, dass Myfest-Besucher auf Autonome zugehen und versuchen, sie vom Steinewerfen abzuhalten . +++

+++ 22.02 Uhr: Militante Autonome bauen Barrikaden aus Absperrgittern und Zaunteilen auf der Adalbertstraße. Die Polizei hält sich vorerst zurück. Die Randalierer zünden die Barrikaden an. +++

+++ 21.50 Uhr: Bei den Spielen der Basketball-Europaliga rechnet die Polizei mit einem friedlichem Ausgang der Partien. Strategie ist es, an beiden Seiten der Halle die Fans (rund 1000 pro Verein) mit Bussen direkt zu ihren Hotels zu fahren. Sie wurden extra in unterschiedlichen Stadtteilen und außerhalb Kreuzbergs gebucht. Das Spiel der beiden griechischen Vereine endet um 22 Uhr. +++

+++ 21.34 Uhr: Brennpunkt Adalbertstraße: Am "Neuen Kreuzberger Zentrum" attackieren Autonome Polizisten mit Steinen, werfen Mülleimer und Stühle . +++

+++ 21.19 Uhr: In Kreuzberg liegen mehrere Verletzte auf der Straße - weil sie sich teils genau auf dem Frontverlauf zwischen Polizei und Randalierern befinden, traut sich keine der beiden Seiten an die Verletzten heran. Bislang gibt es keine offiziellen Angaben zur Zahl der bei den Ausschreitungen Verletzten. Die Polizei beginnt damit, Straßen und Plätze zu räumen - Schaulustige werden am Kottbusser Tor und in der Adalbertstraße zum Gehen bewogen. +++

+++ 21.05 Uhr: Ausschreitungen am Kottbusser Tor - es fliegen Steine und Flaschen. Die Gewalt geht nicht zuletzt von jungen Männern mit Migrationshintergrund aus: Sie haben sich vermummt und koordinieren ihre Aktionen per Handy-Absprache . Unterhalb des Bahnviadukts brennt ein großes Werbeplakat. Mietfahrräder der Deutschen Bahn werden in Richtung Polizei geworfen. +++

+++ 21.02 Uhr: Der komplette Aufzug der Demonstration "Kapitalismus ist Krieg und Krise" hat jetzt den Kottbusser Platz erreicht. Über Kreuzberg kreist ein Polizeihubschrauber. Nach Angaben der Polizei gibt es Dutzende gewalttätige Auseinandersetzungen mit Randalierern - beobachtet von zahlreichen Schaulustigen, insbesondere an der Skalitzer Straße in Richtung Friedrichshain. Die militanten Linksextremisten tauchen immer wieder in der Zuschauermenge unter. +++

+++ 20.48 Uhr: In der Skalitzer Straße greift der "schwarze Block" die Bereitschaftspolizei mit Steinwürfen an. Die Polizei geht am Kottbusser Tor in kleinen Gruppen gegen Randalierer vor - auf Befehl werden einzelne Militante gezielt festgenommen. +++

+++ 20.36 Uhr: Der Demonstrationszug "Kapitalismus ist Krieg und Krise" ist wieder am Kottbusser Tor eingetroffen - und trifft hier auf Bereitschaftspolizei. +++

+++ 20.26 Uhr: Die O2 World, wo das "Final Four" der Basketball-Europaliga ausgetragen wird, ist ausverkauft: Gekommen sind 1100 russische Fans (die ZSKA Moskau unterstützen), 1000 spanische Fans (die wegen FC Barcelona in Berlin sind) sowie jeweils 1000 Anhänger der beiden griechischen Teams Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräu . Die Fans der greichischen Klubs gelten als besonders gewalttätig. Spanier und Russen verlassen jetzt die Halle, mehr griechische Fans treffen ein. +++

+++ 20.22 Uhr: Die Veranstalter der Demonstration "Kapitalismus ist Krieg und Krise" fordern die Polizei auf, sich aus der Demonstration zurück zu ziehen. Die Demonstranten bilden Ketten, Polizisten werden mit Feuerwerkskörpern beworfen . Einsatzhundertschaften der Polizei gehen massiv gegen Teilnehmer der Demonstration vor. In der Wiener Straße kommt es vor der Feuerwache zu massiven Ausschreitungen . +++

+++ 20.18 Uhr: Militante Gruppen kesseln zwei Polizeiwagen in der Wiener Straße ein - Randalierer werfen massenhaft Steine auf Polizisten und Polizeiwagen, die Beamten müssen flüchten. +++

+++ 20.13 Uhr: Die Demo wechselt aufgrund des gewalttätigen Schwarzen Blocks ihre Route . Die Teilnehmer sollen über Wiener, Ohlauer und Reichenberger Straße zurück zum Kottbusser Tor laufen. +++

+++ 20.10 Uhr: Der Demonstrationszug ist an der Wiener Straße gestoppt. Viele Schaulustige haben sich versammelt. Eine Bushaltestelle wurde zerstört. +++

+++ 19.58 Uhr: Die Polizei weist Vorwürfe der Linken-Abgeordneten Evrim Baba gegen den Einsatz der Sicherheitskräfte bei der NPD-Gegendemonstration in Berlin-Köpenick zurück. Baba hatte gesagt, es sei zu einem massiven Einsatz physischer Gewalt gegen die Demonstranten gekommen. Dabei waren ihren Angaben zufolge "Schläge ins Gesicht genauso im Repertoire wie der unverhältnismäßige Einsatz von Pfefferspray“. Die Polizei teilte am Abend mit, die von Baba erhobenen Vorwürfe gegen die einschreitenden Beamten "entbehren jeder Grundlage“ . Die Polizei habe zusammen mit der Bundespolizei nach mehrfachen Räumungsaufforderungen Blockierer des S-Bahnsteiges in Köpenick "Reihe für Reihe“ weggetragen. Dabei hätten die Blockierer teilweise massiven Widerstand geleistet. „Daher mussten die Beamten im Einzelfall Pfefferspray einsetzen. Bevor die Reihe, in der Frau Baba untergehakt saß, geräumt wurde, erhob sich die Abgeordnete und verließ den Bahnsteig, ohne dass gegen sie Zwangsmaßnahmen getroffen wurden “, teilte die Polizei weiter mit. +++

+++ 19.55 Uhr Aufgrund der Ausschreitungen denken die Organisatoren der Demonstration "Kapitalismus ist Krieg und Krise" über eine Verkürzung der Strecke nach. Denn am Lausitzer Platz / Ecke Muskauer Straße fliegen Steine. +++

+++ 19.30 Uhr Auf Polizeiautos werden in Kreuzberg Steine geworfen. Staatsschützer sagen: "Ein solcher großer Schwarzer Block war seit Jahren nicht mehr in Berlin zu sehen!" +++

+++ 19.25 Uhr Die Großdemo erreicht das Myfest am Mariannenplatz. Augenzeugen berichten von 100 bis 200 Personen , die sich dort mit Flaschen und Steinen bewaffnet dem Umzug anschließen. Myfest-Ordner sind angesichts der Entwicklung in Aufregung. Außerdem sind 300 bis 500 Personen vermummt, viele haben Flaschen in den Händen. +++

+++ 19.10 Uhr Bei der Demonstration "Kapitalismus ist Krieg und Krise" in Kreuzberg fliegen Steine und mehrere Feuerwerkskörper . Die Polizisten setzen ihre Helme auf. Außerdem gab es den Versuch, eine nahe der Demostrecke von und zum Kottbusser Tor gelegene Tankstelle anzugreifen . +++

+++ 18.45 Uhr : Beim Myfest entlang der Oranienstraße in Berlin-Kreuzberg steigt die Zahl der Besucher weiter an - viele kommen erst jetzt zum Feiern. Rund 35.000 Menschen sind jetzt dort. +++

+++ 18.42 Uhr: In der O2 World , wo heute Basketball gespielt wird, sind nun 5500 Zuschauer. Es werden noch mehr.

+++ 18.35 Uhr: Inzwischen stehen nach Schätzungen rund 5000 Demonstranten in der Reichenberger Straße nahe des Kottbusser Tores. +++

+++ 18.15 Uhr: Rund 140 Demonstranten haben sich am Kottbusser Tor versammelt. +++

+++ 18.10 Uhr: Am Kottbusser Tor nehmen die ersten Teilnehmer der Demonstration "Kapitalismus ist Krieg und Krise" Aufstellung. Der Protestzug, der durch Kreuzberg ziehen und wieder am Kottbusser Tor enden wird, gilt als diejenige Mai-Veranstaltung, die das größte Gewaltpotenzial hat. Am Ende der Veranstaltung war es in den vergangenen Jahren mehrfach zu teils massiven Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Randalierern gekommen. +++

+++ 17.50 Uhr An der O2 World wirkt alles ein wenig angespannt, noch aber ist es ruhig. In der Halle am Ostbahnhof treffen am Abend die griechischen Klubs Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräus sowie ZSKA Moskau und der FC Barcelona im Final Four der Basketball-Europaliga aufeinander. Die Anhänger der Mannschaften werden von der Polizei getrennt. Erwartet werden rund 300 gewaltbereite Fans. +++

+++ 17.30 Uhr: Die Mayday-Parade erreicht am Moritzplatz in Kreuzberg ihren Endpunkt. Ihr Verlauf blieb friedlich. Beim DGB-Aufzug in Mitte sind noch etwa 800 Personen. +++

+++ 17.18 Uhr: Bislang, so Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD), ist die Bilanz der Mai-Veranstaltungen positiv. "In der Walpurgisnacht hat die Polizeitaktik der ausgestreckten Hand gegriffen.“ Es habe „ähnliche Situationen“ wie im vergangenen Jahr gegeben. Die Polizei habe die Lage beherrscht . Nach Erkenntnissen Körtings habe kein verletzter Polizeibeamter vom Dienst abtreten müssen. Das zeige, dass die Ausschreitungen im Rahmen geblieben seien. "Die Veranstaltungen im Mauerpark und am Boxhagener Platz waren relativ lang und relativ ruhig“, sagte der Senator, der selbst bis 1.30 Uhr vor Ort war. Für den heutigen Abend erwartet der Innensenator „Demonstrationen, die etwas brisanter werden“ . +++

+++ 17.14 Uhr: Die Mayday-Parade bewegt sich durch die Rudi-Dutschke-Straße und die Oranienstraße Richtung Moritzplatz. +++

+++ 16.39 Uhr: Die Mayday-Parade ist am Checkpoint Charlie angekommen. Man marschiert zu Techno-Gewummer - und unter Schirmen, eine Anspielung auf den Finanzkrisen-Rettungsschirm der Bundesregierung. Auf Transparenten ist zu lesen: "Es war nicht alles schlecht am Kapitalismus" und "Hahaha, Kapitalismus - schön verkackt". Es verläuft weiter alles friedlich. +++

+++ 16.30 Uhr: Der Mayday-Aufzug hat jetzt 2300 Teilnehmer. +++

+++ 16.17 Uhr: Teilnehmer der „Mayday-Parade“ bewerfen die Fassade des Bundesfinanzministeriums an der Wilhelmstraße mit rund 60 Farbeiern . Ein Polizeisprecher sagte anschließend, die Fassade des Ministeriums sehe „ganz schön bunt“ aus. +++

+++ 16.15 Uhr: Die "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" ist beendet . Die restlichen 200 Teilnehmer gehen zum Myfest. Dort feiern nun rund 20.000 Menschen. +++

+++ 16.04 Uhr: Vor der NPD-Zentrale in Köpenick ist es ziemlich leer. Ein Grüppchen NPD-Anhänger wartet noch auf die Eskorte zum Bahnhof. Die Polizei meldet insgesamt 20 Festnamen rund um den Mandrellaplatz. +++

+++ 15.51 Uhr: Evrim Baba , Abgeordnete der Linken im Berliner Parlament, kritisiert den Polizeieinsatz bei den Protesten gegen die Veranstaltung der rechtsextremen NPD in Köpenick scharf. Die Sitzblockade mit etwa 300 Teilnehmern auf dem S-Bahnhof Köpenick sei „ unter massiven Einsatz physischer Gewalt von der Polizei geräumt worden“, sagte Baba. Alter, Geschlecht oder gar Funktion hätten für die Beamten keine Rolle gespielt. "Schläge ins Gesicht waren genauso im Repertoire wie der unverhältnismäßige Einsatz von Pfefferspray “, so die Politikerin - beides habe auch sie "zu spüren“ bekommen, obwohl sie sich deutlich als Mitglied des Abgeordnetenhauses ausgewiesen habe. Auch seien "anreisende Antifaschisten“ bereits zuvor "mit aller Gewalt von der Polizei auf dem Bahnsteig angegriffen worden“. +++

+++ 15.30 Uhr: Auf dem Myfest in Kreuzberg feiern 15.000 Menschen friedlich. Die "Revolutionäre 1.-Mai-Demo" läuft noch mit 400 Teilnehmern. Der Mayday-Aufzug in Mitte hat sich auf der vorgesehen Strecke in Bewegung gesetzt. Dabei sind 1800 Teilnehmer. Bislang verläuft alles friedlich. +++

+++ 15.06 Uhr: Die NPD-Kundgebung ist beendet . Die NPD-Anhänger ziehen sich nach und nach in die Parteizentrale zurück, einige bleiben noch an den Absperrungen stehen und protestierten. +++

+++ 15.04 Uhr : Die Gegendemonstranten verlassen nach und nach Köpenick. Es sind noch rund 1000 dort. +++

+++ Gegen 15 Uhr: Die fünf Demonstrationen , zu denen der Deutsche Gewerkschaftsbund aufgerufen hatte, sind beendet . Mehrere Tausend Personen nahmen teil, die Veranstaltungen verliefen ohne Zwischenfälle. Zentraler Endplatz der Aufzüge war der Platz des 18. März, wo derzeit noch ein Straßenfest stattfindet. Im traditionellen Aufzug tauchte ein Lautsprecherwagen eines "Klassenkämpferischen Blocks" auf, der auf Wunsch des Veranstalters mit Polizeiunterstützung ohne Widerstand aus dem Demonstrationszug entfernt wurde. +++

+++ 14.58 Uhr: Peter Trapp (CDU), Vorsitzender des Innenausschusses im Abgeordnetenhaus, lobt die Walpurgisnacht-Strategie der Polizei : "Die Polizei hatte die Situation jederzeit gut im Griff", sagte Trapp. "Alle, die Flaschen und Steine warfen, wurden von den Beamten eingeschlossen und dann ins Stadtgebiet gedrängt, damit sie sich verstreuen." Trapp widersprach der Darstellung eines "relativ friedlichen" Verlaufs der Walpurgisnacht in Berlin: "Wer Polizisten verletzt und Autos abfackelt, handelt nicht friedlich." Trapp sagte auch, es habe in Prenzlauer Berg nicht ausreichend Flaschenkontrollen gegeben. +++

+++ 14.55 Uhr: Auf dem Myfest in Kreuzberg rund um die Oranienstraße feiern derzeit rund 3500 Besucher. Es ist friedlich. +++

+++ 14.45 Uhr: Rund 900 Menschen stehen am Bebelplatz. Sie wollen um 15 Uhr die "Mayday-Parade" starten. +++

+++ 14.35 Uhr: In Kreuzberg hat die "Revolutionäre 1. Mai-Demo" nun doch begonnen. Einige Dutzend Teilnehmer haben sich am Oranienplatz eingefunden und ziehen nun durch die Oranienstraße . Die Demonstranten haben Transparente unter anderem mit der Aufschrift "Nie wieder Deutschland" dabei. Rechts und links am Straßenrand geht das Myfest weiter. +++

+++ 14.32 Uhr: Die Polizei meldet 286 NPD-Anhänger auf dem Mandrellaplatz. +++

+++ 14.05 Uhr: Die Polizei vergrößert in Köpenick mit einer zweiten Reihe den Abstand zur eigentlichen Absperrung um den Mandrellaplatz . NPD-Parteichef Udo Voigt spricht. +++

+++ 14.03 Uhr: Zur Mayday-Parade im Berliner Bezirk Mitte (geplanter Startpunkt: Unter den Linden) und bei der „Revolutionären 1.Mai-Demonstration“ maoistischer und leninistischer Gruppen in Kreuzberg (geplanter Startpunkt: Oranienplatz) haben sich nur wenige Teilnehmer eingefunden. Nach Angaben der Polizei versammelten sich zur „Mayday“- Demonstration linker Gruppen am Bebelplatz in Mitte nur etwa 50 Personen. Der für die Demonstration von 13.30 Uhr an vorgesehene Autokorso bestand aus lediglich sechs Fahrzeugen. Bei der "Revolutionären 1.Mai-Demonstration“ am Oranienplatz konnte die Polizei nach Angaben einer Sprecherin zum ursprünglich bekannten Starttermin keine Teilnehmer beobachten. +++

+++ 13.55 Uhr: Die NPD beginnt nun doch mit ihrer Kundgebung . Zuvor hatte die Polizei die Rechtsextremisten gebeten, angesichts von rund 2000 Gegendemonstranten vorerst in der Parteizentrale zu bleiben. Ein Anwohner lässt als Kontrastprogramm Punkmusik über den Platz schallen. Die Gegendemonstranten stehen teilweise noch in der Bahnhofstraße. +++

+++ Benedikt Lux , innenpolitischer Sprecher der Berliner Grünen , ist der Ansicht, dass das Dosen- und Flaschenverbot in der Walpurgisnacht nichts gebracht habe. Am Boxhagener Platz, sagt Lux, sei das Verbot nahezu wirkungslos geblieben. Dort seien Polizeibeamte einem Hagel von Flaschen ausgesetzt gewesen - angesichts dessen hätte man das Verbot gar nicht erlassen müssen, so Lux: "Gewinner waren letztlich die Pfandflaschensammler.“ Lux sprach gegenüber Morgenpost Online von einer "erschreckend hohen Anzahl“ verletzter Polizeibeamter . Grund dafür könne vor allem sein, dass viele Beamte nur mit normaler Ausstattung - ohne Schild, aber mit Helm - am Boxhagener Platz im Einsatz waren, sagte der Grünen-Innenpolitiker. +++

+++ Nach der Sitzblockade am S-Bahnhof Köpenick musste der Strom abgestellt werden. Es gab 50 Minuten lang Beeinträchtigungen im S-Bahnverkehr . +++

+++ 13.45 Uhr: Auf dem Heinrichplatz und dem Oranienplatz in Kreuzberg sammeln sich immer mehr Menschen, sie feiern friedlich . +++

+++ 13.40 Uhr: Die NPD-Anhänger wollen um 14 Uhr auf dem Mandrellaplatz ihre Kundgebung abhalten. Diejenigen, die um 16 Uhr wieder abreisen wollen, werden von der Polizei dorthin eskortiert. Eigentlich hatten die Rechtsextremen spontan noch durch Köpenick ziehen wollen. Einsatzleiter Michael Knape sagte hierzu: "Das hätten die alles anmelden können. Die können doch nicht mit uns Hase und Igel spielen." Die NPD-Anhänger würden wie geplant später zum nächstgelegenen S-Bahnhof, dem S-Bahnhof Köpenick eskortiert, und zwar so, dass sie nicht mit den Gegendemonstranten zusammentreffen. +++

+++ 13.39 Uhr: Einige Demonstranten bleiben in der Nähe des Mandrellaplatzes und setzen sich vor die Polizeiabsperrungen . +++

+++ 13.36 Uhr: Einsatzleiter Michael Knape meldet zehn Festnahmen nach dem Versuch von Linken, das Haus des Mannes zu stürmen, der den "Hitlergruß" gezeigt hatte. Außerdem warfen einige Demonstranten Flaschen- und Steine auf Polizisten. +++

+++ 13.15 Uhr: Nahe dem Mandrellaplatz zünden Unbekannte eine Rauchbombe . Die Demonstranten, die noch da sind, rollen SPD- und Grünen-Fahnen ein. +++

+++ 13.09 Uhr: Die Demonstranten ziehen über Kinzerallee und Bahnhofstraße zurück zum Bahnhof . 12 NPD-Anhänger werden inzwischen von der Polizei über die Borgmannstraße zur Parteizentrale eskortiert . NPD-Anhänger filmen und fotografieren Polizei und Journalisten – und andersherum. +++

+++ 12.52 Uhr: Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel hat in Kreuzberg das Mariannenplatzfest begonnen. Mehrere hundert Menschen beteten zu Beginn bei strahlendem Sonnenschein auf dem Mariannenplatz für einen gewaltfreien 1. Mai.+++

+++ Etwa 12.30 Uhr: Die NPD-Anhänger verlassen kurz die Parteizentrale und treten auf die Seelenbinderstraße , die gesperrt ist. Doch die Polizei fordert sie auf, wieder ins Haus zu gehen. +++

+++ 12.30 Uhr: Der Zug der Gegendemonstranten zieht die Puchanstraße hinunter. Ecke Kinzerallee steht ein Mann auf seinem Balkon und zeigt den „Hitlergruß“ . Es gibt Unruhe, einige Demonstranten werfen Steine. Scheiben gehen zu Bruch. Die Polizei schickt weitere Kräfte, um den Zug zu sichern. Zwei junge Männer und eine Frau werden festgenommen. Nach einigen Minuten beruhigt sich die Lage etwas. Es fliegen keine Steine mehr, die Menschen grölen „Nazis raus “, der Mann zeigt weiter den „Hitlergruß“. Er wird kurz darauf von der Polizei abgeführt. 150 Meter vom Mandrellaplatz entfernt muss der Zug stehen bleiben. Der Weg zum Mandrellaplatz, wo sich die NPD-Anhänger treffen wollen, ist durch Polizei-Mannschaftswagen versperrt. +++

+++ 12.14 Uhr: Am Brandenburger Tor hat die traditionelle Mai-Kundgebung des Berliner DGB unter dem Motto „Arbeit für alle bei fairem Lohn“ begonnen. Als Hauptredner wird der Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, Dieter Scholz, erwartet. 5000 Menschen sind gekommen. +++

+++ 12.11 Uhr: Die Polizei meldet: Am Potsdamer Platz schlagen sich 40 griechische Basketball-Hooligans . Ihre Teams spielen heute in der O2 World. Die Polizei hat einige Kräfte aus Köpenick abgezogen. Sie kann den Streit vorerst schlichten. +++

+++ 12.08 Uhr: Der Einsatzleiter der Polizei teilt mit: Gegendemonstranten haben im Bereich Treptow brennende Reifen auf die Gleise gelegt. Außerdem haben sie in Köpenick am Stellwerk manipuliert . Dadurch wurde der S-Bahnverkehr im östlichen Ring weitestgehend lahmgelegt. Eine S-Bahn konnte aber bereits wieder von Erkner nach Köpenick fahren. Mit ihr kamen 100 NPD-Anhänger . Sie wurden von der Polizei zur NPD-Zentrale eskortiert und wollen um 12.30 ihr Kundgebung beginnen. +++

+++ 12.03 Uhr: Die Sitzblockade ist aufgelöst, am S-Bahnhof Köpenick geht es wieder weitestgehend friedlich zu. Es gab einige noch nicht gezählte Verletzte. Die Landespolizei hat 30 Menschen festgenommen . Rund 3000 Gegen-Demonstranten setzen sich in Bewegung. +++

+++ 12 Uhr: Polizisten aus Nordrhein-Westfalen bewachen die NPD-Zentrale in Köpenick. Die Berliner sind für die Sicherung der Demonstration zuständig.+++

+++ 11.38 Uhr: Vor dem Forum Köpenick haben sich etwa 650 friedliche Demonstranten versammelt. Sie wollen gleich in Richtung Mandrellaplatz ziehen. +++

+++ 11:15 Uhr: Ab Kinzerallee kommen die Demonstranten nur noch nach Leibesvisitationen durch. Die üblichen antifaschistischen Parolen werden gerufen. Auf dem S-Bahnhof herrscht noch immer keine Ruhe.

+++ 10.46 Uhr: Linke Demonstranten gehen in Köpenick auf Polizisten los. Sie hatten eine Sitzblockade auflösen wollen. +++

+++ 10.15 Uhr: Am Bahnhof Karlshorst geht nichts mehr . Die S3 fährt nicht mehr weiter, weil am S-Bahnhof Köpenick Proteste laufen. Hunderte Demonstrierwillige versuchen per Bus, Tram und zu Fuß nach Köpenick zu gelangen.+++

+++ 10.15 Uhr: Die Bahnhofstraße in Köpenick ist nun für den Auto- und Tramverkehr gesperrt . Es sammeln sich immer mehr Gegendemonstranten, die Veranstalter rechnen mit 1000. 1000 Polizisten sind im Einsatz. +++

+++ ca. 10 Uhr: Chaos in den S-Bahnen : Die S-Bahn hat Kurzzüge eingesetzt. Ausflügler mit Fahrrädern stoßen auf Hunderte Menschen, die zu den Protestveranstaltungen nach Köpenick wollen. Ab Ostkreuz ist teilweise kein Reinkommen mehr in die Bahnen.+++

+++ 10 Uhr: Tausende Menschen beginnen die Demonstration gegen Niedriglöhne und für ein neues Wirtschaftssystem nach der Finanzkrise. Sie ziehen zu Fuß, mit Fahrrädern und Motorrädern vom Wittenbergplatz aus durch die Innenstadt zum Brandenburger Tor. Dort wollten sie sich in den Mittagsstunden zur Abschlusskundgebung versammeln.+++

+++ ca. 9.30 Uhr: Die Polizei eskortiert in Köpenick NPD-Anhänger vom Bahnhof zur NPD-Zentrale. +++

+++ Seit 9 Uhr: Bevor die Rechten sich in Szene setzen können, beginnen in Köpenick bereits ihre NPD-Gegner die Straßen für sich einzunehmen. Bürgervereine, Gruppen sowie Parteien wie die Linke und die SPD haben zu Protesten gegen die für 11 Uhr angekündigte NPD-Kundgebung aufgerufen. Vor dem Forum Köpenick sammeln sich die NPD-Gegner. +++

+++ 9 Uhr: Auftaktveranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) vor dem DGB-Haus am Wittenbergplatz, Ecke Keithstraße/Kleiststraße. Am Tag der Arbeit demonstriert der DGB in diesem Jahr unter dem Motto “Arbeit für alle bei fairem Lohn“.+++

+++ Bis zum Morgen hat die Polizei insgesamt 57 Personen festgenommen . Gegen sie wird wegen schweren Landfriedensbruchs, versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Bei dem Einsatz rund um die Walpurgisnacht wurden nach ersten Erkenntnissen insgesamt 48 Polizeibeamte verletzt . Insgesamt waren rund 2000 Beamte im Einsatz. +++

+++ Etwa 6 Uhr: Unbekannte bewerfen die Hausfassade der Ausländerbehörde am Friedrich-Krause-Ufer in Mitte mit Farbbeuteln und Kleinpflastersteinen . Dabei beschädigten sie fünf Fensterscheiben.

+++ 5.45 Uhr: Bislang unbekannte Täter setzen im Bereich Mauerpark vier mobile Miettoiletten in Brand .+++

+++ 2 Uhr: Polizisten beenden die Blockade der Oranienstraße . Rund 250 Leute hatten ihr Pyrotechnik abgefeuert.+++

+++ 1 Uhr und 3.15 Uhr: In Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow zünden unbekannte fünf Autos an. Durch aufmerksame Zeugen konnte im Bezirk Lichtenberg eine weitere Tat verhindert werden. +++

+++ 1.40 Uhr: Die Krawalle rund um den Boxhagener Platz sind vorüber. 250 Menschen hatten randaliert. Der 1. Mai beginnt aber insgesamt friedlich . +++

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Demonstration und zu erwartende Randale, vor allem im Berliner Bezirk Kreuzberg - am 1. Mai bestimmten politische und pseudopolitische Aktivisten Berlin. Neben den traditionellen Gewerkschaftsveranstaltungen sind es vor allem die Demonstrationen militanter Linksextremisten in Kreuzberg, die die Stadt und die Polizei in Atem halten. Außerdem plant die rechtsextreme NPD im Bezirk Köpenick eine zentrale Mai-Veranstaltung. Gewaltpotenzial hat zudem eine Sportveranstaltung, die am Abend beginnt: Die Basketballteams Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen treffen in der O2 World aufeinander - die Fans der beiden griechischen mannschaften gelten als extrem gewalttätig. Parallel dazu beginnt auf der anderen Seite der Spree die Demonstration "Kapitalismus ist Krieg und Krise" - diese Veranstaltung endete in den vergangenen jahren verlässlich mit Gewalt.

  • 1. NPD-Demo in Köpenick. Geplanter Beginn: 10.00 Uhr.
  • 2. Mai-Demos des DGB. Geplanter Beginn: 10.00 Uhr.
  • 3. "Myfest", Mariannenplatz in Kreuzberg. Geplanter beginn: 13.00 Uhr.
  • 4. Mayday-Parade, Unter den Linden. Geplanter Beginn: 13.30 Uhr.
  • 5. "Revolutionärer 1. Mai Demo", Oranienplatz in Kreuzberg. Geplanter Beginn: 13.30 Uhr.
  • 6. Euroleague Basketball Final Four, O2 World. Olympiakos Piräus vs. Panathinaikos Athen. Geplanter Beginn: 21.00 Uhr, Einlass: 16.00
  • 7. Demonstration "Kapitalismus ist Krieg und Krise", Kottbusser Tor, Kreuzberg. Geplanter Beginn: 18.00 Uhr.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie hier .

Und hier finden Sie Tipps für das Mai-Wochenende jenseits von Politik und Randale .

Morgenpost Online zeigt die Routen der Demonstrationszüge: die des DGB (der auch Skater und Radfahrer auf die Straße schickt), die der militanten Linken (die mit der "Revolutionärer 1. Mai-Demo" und der Demonstration "Kapitalismus ist Krieg und Krise" zwei Konkurrenzveranstaltungen aufbieten), die der links gerichteten „Mayday-Parade“. Auf der interaktiven Karte sehen zudem, wo beim Myfest friedlich gefeiert werden soll, wo Sie am 1. Mai nicht parken dürfen und wo schon in der Nacht zum ersten Mai und am Tag selbst dann auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen könnte.

Interaktive Karte: Der 1. Mai in Berlin

(Weitere Informationen bekommen Sie bei einem Klick auf die Markierungen. Die Karte können Sie mit den Plus- und Minus-Symbolen links oben vergrößern und verkleinern. Mit einem Klick auf die Karte - bei gedrückter linker Maustaste - lässt sich der Kartenausschnitt bewegen. Zudem lässt sich eine Großansicht abrufen.)

Markiert sind:


Blaue Linie : Fahrrad- und Skating-Korso des DGB.
Türkisfarbene Linie : 1.-Mai-Demonstrationszug des DGB.
Grüne Linie : Mayday-Parade.
Rote Linie : "Revolutionäre 1. Mai-Demo".
Graue Linie : Demonstration "Kapitalismus ist Krieg und Krise".
Violette Flächen : Parkverbotszonen
Dreieck-Icons : Orte, an denen es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen könnte.