Einigung

Libeskind soll Jüdisches Museum in Berlin erweitern

Das Jüdische Museum in Berlin-Kreuzberg wird erweitert. Darauf haben sich jetzt das Museum, der Bund und das Land Berlin geeinigt. Die zehn Millionen Euro Baukosten bringen Bund und Museum gemeinsam auf. Vorher aber muss der Blumengroßmarkt noch ausziehen.

Foto: picture-alliance / Helga Lade Fo / info@helga-lade.de

Der Berliner Senat hat dem Erweiterungsbau des Jüdischen Museums zugestimmt. Wie Kulturstaatssekretär André Schmitz jetzt mitteilte, waren die Verhandlungen zwischen dem Jüdischen Museum, dem Bund und dem Land Berlin für die Umgestaltung des Geländes des bisherigen Blumengroßmarktes erfolgreich. Berlin bekomme einen „weiteren Libeskind-Bau, auf den wir gespannt sein dürfen“.

Nach Angaben des Museums soll das neue Gebäude die Bildungsarbeit, die Archive und die Bibliothek des Museums unter einem Dach vereinen. Ziel sei es, „eines der wichtigsten Forschungs- und Bildungszentren zur Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums zu etablieren“. Das Museum sei mit dem Architekten Daniel Libeskind für den Erweiterungsbau im Gespräch, bestätigte Sophie Plagemann vom Museum. Neben dem 2001 eingeweihten Neubau hat der Architekt auch den dortigen Glashof entworfen.

Derzeit wird das Gebäude an der Lindenstraße, das von 1962 bis 1965 vom Architekten Bruno Grimmek geplant wurde, noch von der Berliner Großmarkt GmbH genutzt. „Das Gebäude wird nicht abgerissen, sondern lediglich auf die Bedürfnisse des Jüdischen Museums zugeschnitten“, hieß es von Seiten des Museums. Der Umbau der 6000 Quadratmeter großen Halle könne 2010 nach dem Umzug der Berliner Großmarkt GmbH in die Beusselstraße beginnen.

Den Angaben zufolge belaufen sich die Kosten für den Umbau auf zehn Millionen Euro. Davon übernehme der Bund sechs Millionen Euro, die fehlenden vier Millionen Euro bringe das Jüdische Museum durch Spenden auf. Der Entwurf für die Umgestaltung der Halle werde von dem US-amerikanischen Förderverein „American friends of Jewish Museum Berlin“ finanziert, so das Museum.