Leerstandskampagne

Mieterverein protestiert gegen Berlins Wohnungspolitik

In Berlin steigen die Mieten - weil es einen Mangel am Wohnungsmarkt gibt, meint der Berliner Mieterverein und wirft dem Senat Untätigkeit vor. Der verweist wiederum auf 100.000 leer stehende Wohnungen in der Stadt. Ob diese tatsächlich vermietbar sind, will der Mieterverein nun mit einer großen Befragung prüfen.

Mit einer groß angelegten Leerstandskampagne will der Berliner Mieterverein gegen die Wohnungspolitik des Senats protestieren. Die Mieter werfen dem Senat vor, nichts gegen die laut Mieterverein deutlich steigenden Neuvermietungspreise zu unternehmen. Derzeit könnten Vermieter überzogene Preise verlangen, weil der Senat von einem ausgeglichenen Wohnungsmarkt in Berlin spreche und nicht interveniere. Es sei aber davon auszugehen, dass ein großer Teil der nach Senatsangaben etwa 100.000 leer stehenden Wohnungen gar nicht vermietbar sei und es damit einen Mangel auf dem Wohnungsmarkt gebe, teilte der Verein mit.

Mit der Kampagne will der Mieterverein den Senat dazu auffordern, wissenschaftlich belastbare Daten zu erheben. Die derzeitigen Statistiken ließen keinen Aufschluss über die tatsächlichen Gründe für die leer stehenden Wohnungen zu, sagte der Hauptgeschäftsführer des Berliner Mietervereins, Hartmann Vetter.

Der Mieterverein will nun eine eigene Umfrage starten und dazu in den kommenden Wochen über 100.000 Haushalte anschreiben. Dabei sollen Bewohner nach den Gründen für den Leerstand in Nachbarwohnungen befragt werden. „Die Mieter wissen am besten, warum die Wohnung nebenan leer steht“, sagte Vetter. „Sollte herauskommen, dass viele Wohnungen wegen schlechtem Zustand oder anderer Gründe gar nicht vermietbar sind, muss das auch Auswirkungen auf die Mietpreispolitik in Berlin haben.“ Berliner können sich auch im Internet unter www.berliner-mieterverein.de an der Umfrage beteiligen.