Verkehr

S-Bahn will öfter die Tickets kontrollieren

Die Berliner S-Bahn sieht sich immer mehr Schwarzfahrern ausgesetzt. Deshalb soll es ab sofort mehr Kontrollen geben. Auch die BVG erwägt, die Kontrolldichte wieder zu erhöhen. Allerdings wurde bisher nur ein kleiner Teil der ertappten Schwarzfahrer auch zur Kasse gebeten.

Die Berliner S-Bahn hat die Zahl ihrer Fahrscheinkontrollen massiv erhöht. Es werde auf allen Strecken und zu jeder Tages- und Nachtzeit kontrolliert, sagte S-Bahn-Geschäftsführer Tobias Heinemann an. Er begründet den verstärkten Einsatz von Kontrolleuren mit "einer wachsenden Zahl von Fahrgästen, die kein gültiges Ticket dabei haben".

Die Schwarzfahrerquote habe sich deutlich erhöht, sagte Heinemann, ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen. Im Interesse einer großen Mehrheit von ehrlichen Fahrgästen müsse auf diese Negativentwicklung reagiert werden. "Wir wollen da jetzt ein klares Zeichen setzen", so der S-Bahn-Chef.

Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erwägen, die Kontrolldichte wieder zu erhöhen. Bei der BVG ist die Schwarzfahrerquote - also der Anteil der Fahrgäste, die keinen gültigen Fahrschein vorweisen konnte - von 3,3 Prozent im Jahr 2007 auf vier Prozent gestiegen. Nahverkehrsexperten führen das auch auf die gesunkene Zahl von Kontrollen zurück. So ist die Zahl der ertappten Schwarzfahrer von knapp 380 000 im Jahr 2007 auf 260 000 in den ersten neun Monaten im Jahr 2008 gesunken. Noch deutlicher war Rückgang der Kontrollen bei der S-Bahn: Wurden 2007 noch fast 6,2 Millionen Fahrgäste überprüft, mussten in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 gerade einmal 2,4 Millionen Fahrgäste ihren Fahrschein vorweisen.

Allerdings wird nur ein kleiner Teil der ertappten Schwarzfahrer auch zur Kasse gebeten. So konnte die BVG 2007 nur ein Drittel der verhängten "erhöhten Beförderungsentgelte" von je 40 Euro einnehmen. Bei der S-Bahn ist Quote mit 38 Prozent kaum besser. Ein Großteil der Schwarzfahrer sind Mehrfachschuldner ohne Geld.