Sicherheitstest

ADAC gibt dem Berliner Tegel-Tunnel Bestnoten

Die Auto-Röhre zum Berliner Flughafen Tegel ist eine der sichersten in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der ADAC. Der Automobilclub hatte Tunnel in ganz Europa getestet. Die Unterführung war nach eineinhalb Jahren Bauzeit im vergangenen Jahr wieder für den Verkehr freigegeben worden.

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Die Auto-Tunnel in Europa werden immer sicherer. Diesmal prüfte der Automobil-Club ADAC Röhren in Deutschland, Schweiz, Spanien und Kroatien. Drei von vier Tunneln in Rostock, Berlin, München und Heidelberg erhielten Bestnoten. Acht weitere Tunnel im europäischen Ausland schnitten sehr gut oder gut ab, wie der ADAC in München mitteilte.

Eine Bestnote gab es für den Berliner Tegel-Tunnel: Der ADAC zeichnete die Röhre unter dem Flughafen Tegel mit der Bestnote aus, da er keine nennenswerten Sicherheitslücken finden konnte. Die Unterführung, die Start- und Landebahnen unterquert, habe sich nach einer Grundsanierung und Investitionen von gut 38 Millionen Euro zu einem hochmodernen Stadt- und Autobahntunnel entwickelt, ergab der Test.

Trotz hoher Fahrzeugdichte und täglicher Staus zeichne sich die Röhre mit ihrer ständig besetzten Tunnelleitzentrale durch einen optimalen Brandschutz aus. Der Tunnel verfügt über Pannenbuchten, eine lückenlose Videoüberwachung und mit Notleuchten gekennzeichnete Fluchtwege. Das Lüftungssystem ermögliche zudem, dass selbst bei einem Feuer Fahrzeuge hinter den Flammen noch ungehindert aus dem Tunnel fahren können, teilte der ADAC mit. Ampeln und Schranken vor den Portalen, Videoüberwachung, gut gekennzeichnete Rettungswege und ein automatisches Brandmeldesystem sorgten für zusätzliche Sicherheit.

Der Tunnel am Flughafen wurde 1979 eröffnet und inzwischen für gut 38 Millionen Euro saniert. Täglich bewegen sich 87.000 Fahrzeuge durch die knapp einen Kilometer lange Röhre.

Auch der 800 Meter lange Warnowtunnel in Rostock überzeugte mit modernster Sicherheitstechnik. Dazu trugen etwa Ampeln und Schranken vor den Tunnelportalen, gut gekennzeichnete Rettungswege sowie ein automatisches Feuermeldesystem bei.

Ebenfalls mit „sehr gut“ wurde der Brudermühltunnel in München bewertet, der mit bis zu 109.000 Fahrzeugen am Tag von den untersuchten deutschen Röhren am meisten Verkehr aufweist. Der Schlossbergtunnel in Heidelberg erhielt die Note „gut“. Er war ursprünglich als Eisenbahntunnel konzipiert, weshalb dort Pannenbuchten fehlen. Die Röhre verfügt laut ADAC-Test aber über ein modernes Sicherheitskonzept.

Einzige Ausnahme war mit „ausreichend“ der Schweizer Tunnel Vue-des-Alpes. Damit brachte der ADAC-Tunneltest das beste Ergebnis in seiner elfjährigen Geschichte.

In Italien, wo in den vergangenen Jahren besonders viele Röhren als gefährlich durchgefallen waren, wurde 2009 überhaupt kein Tunnel gestestet. Eine ADAC-Sprecherin erklärte das mit laufenden Sanierungsarbeiten. Der Tunneltest umfasste auch nur 13 statt wie in den Vorjahren über 50 Kandidaten. dpa/ddp/AP/mim