Internet-Fremdwörter

Wie bitte? Was sagen die da auf der Re:publica?

Mehr als die Hälfte der Deutschen ist online - aber nicht allen sind etwa die Spezialbegriffe geläufig, die bei der Blogger-Konferenz Re:publica in Berlin eine Rolle spielen werden. Morgenpost Online erläutert eine Auswahl von Web-Wörtern.

Alpha-Blogger

Bekannte und einflussreiche Betreiber von Blogs (s.u.).

Blogs

"Internettagebuch" trifft es nicht so ganz - vielleicht eher Online-Logbuch, also etwas, in das der jeweilige Betreiber all das hineinschreibt, -stellt und -linkt, das ihm wichtig ist, und zwar in chronologischer Reihenfolge (meistens). Blog ist die Kurzform von Weblog. In der Regel sind Blogs im Internet für jedermann frei zugänglich. In Videoform werden sie Vlogs genannt.

Citizen Journalism

"Bürgerjournalismus": Wer will, kann heute einfacher als je zuvor publizieren - im Netz, zum Beispiel mit einem Blog. Jeder Bürger kann also Reporter sein, theoretisch. Tatsächlich sind mit dem Aufkommen von Blogs neue, unabhängige Publizisten bekannt und einflussreich geworden (siehe: Alphablogger). Bislang ist der Bürgerjournalismus in Deutschland keine Massenbewegung.

Creative Commons

Eine Urheberrechtsregelung, die die (teils kostenlose) Verwendung von bestimmten Inhalten in mehreren Stufen regelt - mit dem Effekt, dass beispielsweise Fotos oder Musikstücke, deren Urheberrechtsschutz mit Creative Commons geregelt ist, unter bestimmten Bedingungen kostenlos verwendet werden dürfen.

Facebook

Ein soziales Netzwerk (s.u.). Die Mitglieder von Facebook richten sich eigene Websites ein und präsentieren sich selbst mit Fotos, Texten sowie Verweisen (Links) auf ihre Lieblingswebsites. Jeder Benutzer kann sich mit anderen Nutzern vernetzen und diesen persönliche Nachrichten schicken oder Informationen/Bemerkungen einstellen, die für jeden Nutzer lesbar sind. Wer mit einem anderen Mitglied vernetzt ist, wird automatisch darauf hingewiesen, wenn der andere eine neue Nachricht auf einer „Pinnwand“ hinterlassen hat. Hier: Morgenpost Online bei Facebook.

Imageboard

Eine Art Internetforum (s.u.), mit Bildern - und einer recht eigenen Kultur. Die Nutzer stellen Bilder auf der Seite ein (Upload) und diskutieren darüber, beziehungsweise: Sie verfassen Bemerkungen, die teils komisch, teils zynisch, teils Nonsens sind. Die Themen kreisen nicht zuletzt um japanische Popkultur. Eines der größten Imageboards weltweit ist 4chan.org , Vorbild war die Website japanische Futaba Channel .

Internetforum

In einem Forum tauschen sich Internetnutzer aus wie auf einem Marktplatz – nur in der Regel schriftlich. Jeder kann seine Meinung zu einem Thema kundtun und auf Reaktionen anderer Nutzer warten.

Mailingforum

Ein Austauschnetz via E-Mail. Ein Forum, das nicht für jedermann zugänglich ist. Wer Teil sein will, muss sich anmelden. Er bekommt dann die Mitteilungen der anderen per Mail zugestellt und kann per Mail an alle antworten.

Mikro-Blogging

Ein Blog (s.o.), der aus Mitteilung mit SMS-ähnliche Textnachrichten zusammengestellt wird. Er kann entweder für jedermann oder nur für registrierte Mitglieder oder Freunde zugänglich sein. Twitter (s.u.) ist ein Mikroblogging-Dienst und auch ein soziales Netzwerk (s.u.).

MySpace

Ein soziales Netzwerk (s.u..), in das die Nutzer ihre Profile mitsamt Fotos, Videos und Blogs (s.o.) einstellen können. Jeder MySpace -Nutzer kann sich mit anderen Nutzern vernetzen und diesen persönliche Nachrichten schicken oder Informationen/Bemerkungen einstellen, die für jeden Nutzer lesbar sind.

Open Source

Engl.: Offene Quelle. Bei Open Source Software ist der Quellcode einer Software für jeden Nutzer frei zugänglich und kann bearbeitet werden.

Open Source Reporting

Der Reporter macht dabei seine Quellen (engl. source) während der Bearbeitung öffentlich, anstatt erst den fertigen Bericht nach Auswertung der Quellen zu veröffentlichen.

Podcast

Audiobeiträge, die im Internet unabhängig von Sendezeiten abgerufen werden können.

Posten

Eine Mitteilung einstellen auf einer Internetseite oder in einem Profil, auf das andere Internetnutzer zugreifen können.

RSS-Feed

Eine Art Nachrichtenticker. RSS steht für „Really Simple Syndication", zu deutsch etwa „echt einfache Verbreitung". Wenn Morgenpost Online neue Nachrichten ins Internet stellt, tauchen diese ganz automatisch dort auf, wo der Nutzer den Feed abonniert hat. Also zum Beispiel in einem Newsreader, direkt in Ihrem Browser (z.B. Mozilla Firefox, Opera und Apple Safari). Hier gibt es den RSS-Feed von Morgenpost Online.

Social Bookmarks

Engl.: "Soziale Lesezeichen". Sind den Lesezeichen, die jeder Nutzer in seinem Browser anlegen kann, nicht unähnlich. Möchte sich ein Internetnutzer eine Seite im Netz merken, um sie später wieder aufzurufen, kann er sie in seinem Browser mit einem Lesezeichen versehen, auf das er später wieder klicken kann, um auf die Seite zu gelangen. Auf Seiten wie Mister Wong in Deutschland können Internetnutzer, die sich registriert haben, Lesezeichen für Artikel, Videos oder Bilder im Netz hinterlegen, die sie anderen Empfehlen wollen.

Soziale Medien/Soziale Netzwerke

Internetseiten und Software, die es den Nutzern ermöglichen, miteinander in Kontakt zu treten. Die Nutzer schreiben ihre Meinung in ein Forum und warten auf Reaktionen, stellen Bilder oder Videos auf extra dafür erstellten und für jedermann zugänglichen Internetseiten ein. Sie erstellen eigene Seiten mit Inhalten, die sie für andere zugänglich und bearbeitbar machen, oder sie erstellen online Seiten mit ihrem privaten oder beruflichen Profil und können Gleichgesinnte oder Bekannte auffinden und sich mit ihnen vernetzen.

StudiVZ

Ein soziales Netzwerk (s.o.), in dem sich ursprünglich vor allem Studenten vernetzten. Die Nutzer von StudiVZ legen ein Profil an, können die Profile Bekannter oder andere Menschen mit ihren Interessen suchen und mit den anderen Nutzern in Kontakt treten. Außerdem können sie Fotos einstellen und Diskussionsforen einrichten, in denen per schriftlichen Eintrag Themen diskutiert werden. Ein Ableger speziell für Schüler heißt SchülerVZ , einer für Berufstätige MeinVZ . Die Seiten gehören mehrheitlich der Verlagsgruppe Holtzbrinck.

Twitter

Ein soziales Netzwerk (s.o.), dessen Mitglieder online Kurznachrichten austauschen, ähnlich wie SMS auf dem Handy: Maximal 140 Zeichen erlaubt Twitter für eine Mitteilung. Private Nutzer teilen dabei oft mit, was sie gerade tun und was sie gerade beschäftigt. Von Websites wie Morgenpost Online laufen automatische Feeds (engl.: etwa Einspeisung) bei Twitter ein. Das heißt, wer sich mit Morgenpost Online vernetzt, bekommt automatisch die neuesten Schlagzeilen via Twitter zugesandt. Darüber hinaus können Mitteilungen der Redaktion versandt und Mitteilungen vernetzter Nutzer an Morgenpost Online beantwortet werden. Twitter wird auch als Mikro-Blogging-Dienst (s.o.) bezeichnet. Hier finden Sie Morgenpost Online bei Twitter.

User Generated Content

"Nutzer-Inhalte": Praktisch jeder kann heute "veröffentlichen", indem er kommentiert, bewertet, Texte, Fotos, Videos ins Netz stellt (siehe auch: Citizen Journalism), einen Blog betreibt, soziale Netzwerke nutzt und so fort. Was immer Nutzer in dieser oder in ähnlicher Form im Netz hinterlassen, ist "User generated Content".

Vlog

Ein Blog in Videoform, zusammengesetzt auf V für Video und log von Weblog (s.u.).

Vodcast

Ein Podcast (s.o.) mit bewegten Bildern. Regelmäßig gibt es Vodcasts von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Web 2.0

Den Begriff hat der irischstämmige Verleger Tim O'Reilly für eine von ihm veranstaltete Konferenz benutzt - Web 2.0 wurde zum Synonym für die Weiterentwicklung des Internets und meint dabei insbesondere die stärkere Beteiligung der Nutzer. Während das Internet des ersten Generation auf der einen Seite Anbieter und auf der anderen seite nutzer hatte, ist inzwischen jeder Nutzer (theoretisch) auch Anbieter (siehe: Citizen Journalism).

Weblog

"Internettagebuch" trifft es nicht so ganz - vielleicht eher Online-Logbuch, also etwas, in das der jeweilige Betreiber all das hineinschreibt, -stellt und -linkt, das ihm wichtig ist. In chronologischer Reihenfolge teilt der Blogger seine Gedanken zu einem Thema, Rechercheergebnisse und ähnliches mit. In der Regel sind Blogs im Internet für jedermann frei zugänglich. In Videoform werden sie Vlogs genannt.

Wiki

Steht für eine Internetsoftware, mit deren Hilfe Internetnutzer gemeinsame Websites erstellen können. Entschließt sich eine Gruppe, gemeinsam ein Wiki etwa zu einem Projekt anzulegen, kann jeder von ihnen auf die Einträge der anderen zugreifen und sie bearbeiten.

Wikipedia

Ein Internetlexikon, dass für jeden Internetnutzer frei zugänglich ist – und das jeder Nutzer bearbeiten kann. Wer zu einem Schlagwort Informationen hat, kann dazu einen Lexikoneintrag bei Wikipedia verfassen oder einen bestehenden erweitern oder korrigieren. Es handelt sich also um sogenannte freie Inhalten, Open Content. Das Wort setzte sich zusammen aus Wiki und Encyclopedia (Engl.: Enzyklopädie).

Xing

Ein soziales Netzwerk (s.o.), das zur privaten, vor allem aber zur geschäftlichen Kontaktaufnahme genutzt wird. Die Nutzer von Xing stellen ihr Profil online und geben ein, mit wem sie gerne Kontakt aufnehmen würden.

Youtube

Ein Internetvideoportal. Die Nutzer können bei Youtube Videos einstellen, die für jedermann frei abrufbar sind.

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