Theater

Hunderte Berliner demonstrieren für Kudamm-Bühnen

Der Protest gegen den Abriss der Kudamm-Bühnen dauert mittlerweile schon Jahre. Jetzt haben erneut Hunderte Berliner auf dem Kurfürstendamm gegen die Pläne eines Investors demonstriert. Mit von der Partie waren auch der Berliner Musiker Andrej Hermlin und der Dramatiker Rolf Hochhuth.

Mehrere hundert Berliner haben am Montagnachmittag auf dem Kurfürstendamm für den Erhalt der Komödie und des Theaters am Kurfürstendamm demonstriert. Den historischen, früher auch von Max Reinhardt geführten Bühnen aus den 20er-Jahren droht nach den jüngsten Investorplänen für das Kudamm-Karree der Abriss. Stattdessen soll im umgebauten Einkaufszentrum ein neues Theater „im alten Stil“ errichtet werden.

Nach Angaben des Veranstalters der Kundgebung, des Berliner Theaterclubs, haben bisher 190.000 Berliner entsprechende Protestresolutionen unterschrieben. Der Veranstalter begrüßte unter anderem den Dramatiker Rolf Hochhuth, dessen Stück „Der Stellvertreter“ im Theater am Kurfürstendamm 1963 uraufgeführt worden war.

Die Kundgebung, an der auch mehrere Schauspieler teilnahmen, wurde unter anderem von Andrej Hermlin und seinem Swing Dance Orchestra musikalisch umrahmt. Hermlin, Sohn des DDR-Schriftstellers Stephan Hermlin, sagte, es gehe „nicht um ein Theater im Westen oder Osten Berlins, es geht um ganz wunderbare historische Bühnen für die ganze Stadt“.

Der Bühnen-Autor Curth Flatow, dessen Boulevardkomödien jahrelang der Publikumsrenner in den Kudamm-Bühnen waren, sagte in einem verlesenen Grußwort, viele Städte in Europa beneideten Berlin um die Kudamm-Bühnen. „Die Theater sind viel zu schwer, um sie verlagern zu können, an ihnen hängen die Herzen der Berliner!“

Der Investor des Kudamm-Karrees, die irische Ballymore Group, ließ auf der Kundgebung Karten mit der Abbildung eines neugestalteten Kudamm-Theaters verteilen und den Texten „Gute Kultur braucht mutige Investoren – Ballymore schenkt Berlin ein neues Theater – und mehr.“ Der Investor hatte im vergangenen Dezember seine Pläne für den Umbau des Kudamm-Karrees vorgestellt, bei dem die Komödie und das Theater am Kurfürstendamm abgerissen und ein neues Theater im alten Stil errichtet werden soll.

Eine Sprecherin des Theaters sagte, den Bühnen sei vom Investor bis auf weiteres die Miete erlassen worden. Die Theater suchen für die Bauarbeiten ab 2010 noch nach geeigneten Ersatzspielstätten. dpa/hed

Internet:

www.komoedie-berlin.de

www.das-neue-kudammkarree.de