Internet-Konferenz

Re:publica - Das Programm und die Referenten

Das Motto des Blogger-Kongresses Re:publica heißt "Shift happens". Alles verändert sich - und das gilt auch für das Programm. Die Veranstalter rechen mit 1600 Teilnehmern - darunter sind einige bekannte Netz-Größen.

Drei Tage lang wird auf der Re:publica debattiert, von Mittwoch bis Freitag. Im dritten Jahr hat die Konferenz, wie die Veranstalter finden, beim Programm zugelegt - es sind viele internationale Referenten dabei. Aber auch jenseits großer namen gibt es eine Reihe vielversprechender Vorträge - eine Auswahl:

Jimmy "Jimbo" Wales, Gründer der Online-Enzyklopedie Wikipedia . Wales spricht am Freitag (11.30 Uhr, Friedrichstadtpalast) über "Wikipedia, Wikia, and the future of Free Culture".

Der US-amerikanische Autor und Netz-Aktivist Cory Doctorow hat seinen für Freitag (12.10 Uhr, Friedrichstadtpalast) geplanten Vortrag mit dem Titel "How to survive the Web without embracing it" überschrieben - er wird sich mit der Frage beschäftigen, wie "Offline Medien" im Netzzeitalter bestehen können.

Lawrence Lessig , ist Blogger und Jura-Professor an der US-Universität Stanford. Lessig wurde nicht zuletzt im Zusammenhang mit Urheberrechtsfragen bekannt (Creative Commons). Er hält am Donnerstag einen Vortrag zu "Society 2.0": Lessig spricht darüber, was Politik, Wirtschaft und der Kultursektor von der Kostelos-Kultur des Internet lernen können.

Wahrscheinlich heißt moot mit richtigem Namen Christopher Poole - doch das weiß man nicht genau. Jedenfalls ist moot der Gründer einer Website, die Nutzer in aller Welt und eine sehr eigene Kultur hat: 4chan , ein so genanntes Imageboard - ein Forum, dessen Nutzer vor allem Fotos und Grafiken einstellen und darüber auf teils recht absonderliche und einer sehr eigenen Gesetzen folgenden Art diskutieren. Im Zusammenhang mit dem Amoklauf von Winnenden und einem angeblichen, tatsächlich gefälschten Eintrag des Amoklaufes auf dem deutschen Imageboard krautchan ist diese Form von Website einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Auf der Re:publica spricht moot/Poole (Mittwoch, 11.30 Uhr, Friedrichstadtpalast) über seine Website 4chan - "Das dunkle Herz des Internet - wie und warum es funktioniert".

Stefan Niggemeier , Robert Basic und Thomas Knüwer werden gemeinhin sämtlich zu den so genannten Alpha-Bloggern gezählt - viel gelesen, viel kommentiert, insofern durchaus mit Einfluss. Sie diskutieren am Mittwoch (11.50 Uhr, Friedrichstadtpalast) über "Blogs in Deutschland" - und über die Frage, ob Blogs inzwischen Mainstream sind und wie sich die Szene verändern könnte.

Peter Schaar , Bundesbeauftragter für den Datenschutz und Bundesbeauftragter für die Informationsfreiheit, spricht am Donnerstag (10.00 Uhr, Friedrichstadtpalast) darüber, wie sich aus seiner Zeit die aktuelle Lage beim Datenschutz darstellt.

Autor und Journalist Peter Glaser befasst sich seit den Achtzigerjahren mit Technik und der Digitalisierung der Welt - unter anderem in Magazinen wie "Tempo" und "Konr@d". Glaser ist Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs und siegte 2002 mit einer Erzählung beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Glaser referiert am Mittwoch (14.00 Uhr, Kalkscheune) über das Thema "Ethik und Internet".Thema

Holm Friebe, Geschäftsführer der Zentralen Intelligenz Agentur , eines Netzwerks für freischaffende Medienprofis, und Mitgründer des Blogs Riesenmaschine.de , präsentiert die Thesen seines Buches "Marke Eigenbau" am Freitag (16.00 Uhr, Kalkscheune).

Die Hip-Hop-Formation Fettes Brot ist am Mittwoch zu Gast auf der Re:publica - das Trio legt unter dem Decknamen "Schwule Mädchen Soundsystem" in der Kalkscheune auf (20.00 Uhr, Eintritt für Gäste ohne Re:publica-Ticket fünf Euro).

Das Programm ist deutlich unfangreicher. Zu finden ist es hier:

- Tag 1 / Mittwoch ,

- Tag 2 / Donnerstag ,

- Tag 3 / Freitag .

Die Liste aller Referenten gibt es HIER .

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